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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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„Bei meiner Ehre und meinem Gotte verſpreche ich, Otho von Terride, in einem Jahre, von heute an gerechnet, die Lehns⸗ herrlichkeit des Grafen von Montfort uͤber mein Schloß Terride anzuerkennen, und uͤberlaſſe dem Herrn von Levis meine Rechte auf das Schloß Lagarde, das ihm durch die Vermählung mit mei⸗ ner Schweſter, einer Tochter der Graͤfin Signis, zugefallen iſt.“

Guy uͤberlegte einen Augenblick, und Otho fuhr fort:

„Binnen hier und Jahresfriſt iſt der Kampf zwiſchen unſeren beiden Herren entſchieden. Triumphirt der Graf von Toulouſe, dann iſt es an mir, Dir Deine Burg Lagarde zu ſichern, und zum Pfande meines Wortes haſt Du das Pergament, mit dem Du mich verderben kannſt. Hat Gott Montfort zum Herrn dieſes Landes auserſehen, dann ſollſt Du mich in meinem Beſitzthume erhalten, oder ich ubergebe Deine Erklaͤrung Simon von Montfort und er⸗ klaͤre Dich als Verräther.“

Nach einem augenblicklichen Schweigen verſetzte Guy:„Ich kann nicht ſchreiben, aber mein Wappen iſt in den Knopf meines Schwertes geſchnitten, gieb es mir und ich unterzeichne.“

„Es ſei,“ antwortete Otho, indem er die beiden Pergamente wie⸗ der an ſich nahm,„ich werde es Dir durch Ben⸗Ouled einhändigen laſſen; nur will ich Dir noch geſagt haben, daß der geheime Gang, der von hier aus durch die Burg ins Freie fuͤhrt und an ſeinem Ende von Dornen und Diſteln verborgen iſt, verſchloſſen bleibt.“

Guy ſchwieg, wie Einer, der in die Falle gerathen iſt, die er einem Andern legen wollte.

„Ich weiß,“ fuhr Terride fort,„daß die Gräfin Signis üͤberall nach einem Mann ſucht, der den ſchweren Stein von dem Fall⸗ gatter heben ſoll, ſie wird aber keinen finden, und in dem Augen⸗ blicke, wo ich ohne das Pergament aus dieſem Zimmer trete, kom⸗ men vier Mann Wache her.“

„Ich unterzeichne,“ ſagte Levis.

„Die Gräfin wird das Nöthige hierher bringen.“ Guy ſchwieg, man ſah ihm aber den Widerwillen an, mit dem er auf den Vor⸗ ſchlag einging. War es die Illoyalität des Verfahrens, oder die daraus zu beſorgende Gefahr, was ihm den Vertrag widerlich machte?

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