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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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ſo ſchwer zu erfüllen. Bring mir das Kind, Deine Tochter, und Schreibezeug.“

Signis entfernte ſich, und die beiden Ritter waren miteinan⸗ der allein..

„Herr Guy,“ hub Otho an,„Du weißt, daß Dein Tod be⸗ ſchloſſen iſt, weil Du die Tochter eines Hoͤrigen meuchlings ermor⸗ det haſt.“

„Aus welchen Gruͤnden man auch mein Leben fordern mag, Du kannſt es nehmen, denn es iſt in Deiner Gewalt.“

„Das iſt eine ziemlich hochtoͤnende Sprache,“ entgegnete Otho, „die Sprache eines Mannes, der Furcht im Herzen hat und Le⸗ bensuͤberdruß in dem Augenblicke heuchelt, wo ich ins Gefaͤngniß trete, denn Du weißt recht gut, Herr von Levis, daß, wenn ich hierher komme, um Dich zu retten, mir an Deiner Rettung gelegen ſein muß.“

„Dir daran gelegen?“ antwortete Levis.

„Ja, es iſt mir daran gelegen,“ entgegnete Otho ungeduldig, „ich ſage es, damit ich Dir eine Menge verfaͤnglicher Fragen und Antworten erſpare, und weil wir hier nicht Zeit haben zu einem Spiele, wo Jeder ſehen will, wer der Feinſte iſt. Höre mir zu, denn ich kenne Deine Plaͤne und habe ſie im Kloſter St. Mau⸗ rice auskundſchaftet; die meinigen enthalten die beiden Pergamente, die wir jetzt austauſchen wollen.“

Der Herr Guy von Levis nahm eins davon und las:

„Bei meiner Ehre und meinem Gotte verpflichte ich, Guy von Levis, mich, in Jahresfriſt, von heute an gerechnet, die Lehns⸗ herrlichkeit des Grafen von Toulouſe über das Schloß Lagarde anzuerkennen, welches Schloß ich beſitze kraft meiner Vermaͤhlung mit der Graͤfin Ermeſſinde, Tochter des Grafen von Terride, der dieſes Schloß muͤtterlicherſeits und durch Entſagung ihres Bruders Otho auf ſeine Rechte darauf, anheimgefallen iſt, eine Entſagung, welche er durch Gegenwaͤrtiges vollzieht.“

Guy von Levis heftete einen Blick des Staunens auf Otho,

aber dieſer reichte ihm ohne Zaudern und Verlegenheit das andere

Pergament, das ſeine Erklärung enthielt.