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„und wenn es auch ſo waͤre, wenn Du auch auf einen Einfall ge⸗ kommen waͤreſt, Signis wuͤrde doch nicht nachgeben, das ſchwore ich Dir.“
„Ich bin Dir alſo wohl recht verhaßt,“ entgegnete Otho.
„Nein,“ antwortete Signis und zeigte Otho ihr bezaubern⸗ deſtes Laͤcheln;„nein, aber wenn ich Dir gewährte, was Du ver⸗ langteſt, wurdeſt Du Michael nicht mehr retten wollen. Geh' und ſuch' Guy von Levis auf.“
„Thorin, Thoͤrin,“ entgegnete Otho lächelnd,„ich liebe Dich, weil Du ein echtes Weib biſt, Du liebſt und biſt offen. Du biſt nicht wie die kalten traurigen Engländerinnen, die in der Liebe nur dumme Statuen, oder kluge Coquetten ſind und Plaͤne wie Maͤnner ſchmieden. Ich rette Deinen Michael und will Dir ſagen, um welchen Preis. Komm.“
Eben wollten ſie gehen, als Signis entſett aufſchrie.
„Was iſt denn?“ frug Otho.
„ungluck über uns,“ rief Signis und zeigte auf Guilellmeta's Leichnam,„mir iſt es, als bewege ſie ſich.“
„Es war nichts als das zitternde Licht der verlöſchenden Fackeln, und verflucht ſei das Weib, das uns den ganzen Spuk über den Hals gebracht hat.“
„Wie dem auch ſei,“ ſagte Signis,„ich habe ſie die Augen aufſchlagen und den Mund bewegen ſehen. Bedecke den Leichnam, denn ich will ihn nicht wieder ſehen, wenn wir zuruͤckkommen.“
Als Otho ſich nach etwas umſah, das er uͤber den Leichnam werfen konnte, fiel ihm ſein Pilgermantel, der noch auf der Balu⸗ ſtrade hing, in die Augen, er warf ihn uͤber Guilellmeta und ver⸗ ſchwand bald darauf mit Signis in das Innere des Schloſſes. Wenig Augenblicke darauf ſtanden ſie vor dem Pfauenzimmer, wo Herr von Levis eingeſchloſſen war.
Niemand wachte an der Thüre, denn ſie war von einer ſol⸗ chen Staͤrke, daß keine menſchliche Gewalt ſie ſprengen konnte.
Bevor ſie eintraten, ſagte Otho zu Signis:„Hole nun Deine Tochter und das Kind, was Ben⸗-Ouled in das Schloß gebracht hat.“
„Das Kind, was wollt Ihr mit dem Kinde?“ „Es iſt meine erſte Bedingung“ entgegnete Otho,„und nicht 5


