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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
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gungen an, ſo iſt ſein Leben gerettet mit den Uebrigen mögen

ſie machen, was ſie wollen.“

Jetzt heftete Signis ihren Blick auf Otho und ſagte mit ſtolzer Sicherheit:„Er und die Uebrigen ſind gerettet;“ worauf Otho mit einem Laͤcheln antwortete:

„Mein Wort?“ ſagte er,„wer will noch, daß ich es einloͤſe?

Was kuͤmmert mich das? Hat mich nicht der Beſchluß der pro⸗ vengaliſchen Ritter, gegen den ich proteſtirt habe, in Aller Augen davon entbunden? Nicht mehr mein Wort iſt es, an das man ſich wenden muß, ſondern mein Wille.“

„Und Dein Vortheil, nicht wahr, Otho?“

„Meiner und dann auch Deiner. Hoͤre, Signis, ich kann noch Einen retten, wen willſt Du gerettet ſehen?“

Signis war heftig erſchüttert und konnte keine Antwort her⸗ vorbringen. Otho ließ ſie einige Augenblicke in dieſer ſchrecklichen Verlegenheit und fuhr dann laͤchelnd fort:

„O über die Frauen, ſelbſt wenn ihre Gefühle wohlbekannt ſind, muß man ihnen doch das Geſtändniß noch aus dem Herzen herausbohren. Du ſiehſt, Signis, ich bin gutmuͤthiger, als Du es verdienſt, ich rette Guy und Michael.“

„Du retteſt alſo Michael?“

„Und was thuſt Du dafür?“

„Alles, was Du willſt, Otho.“

Dieſer lächelte uber den lebhaften Eifer, mit dem die Gräfin dieſe Worte ſprach, ihn bei der Hand ergriff und ſich ihm faſt in die Arme warf; einen Augenblick betrachtete er ſie, waͤhrend ſie ihr feuriges Auge auf ihn heftete. Er zog ſie an ſein Herz und ſagte:

„Ich habe Dich geliebt, Signis, da Du nicht ſchöner als jetzt

wareſt, was glaubſt Du, daß ich fuͤr Michael's Rettung verlange?“

„Nichts was ich zu fürchten brauchte, denn wenn Du mich noch liebteſt, wuͤrdeſt Du Michael um keinen Preis retten;“ ent⸗ gegnete Signis mit feinem ſpöttiſchen Lächeln.

„Wer weiß,“ entgegnete Otho mit demſelben Spotte;„Du biſt

ſchoͤn, und wenn mich auch andere Entwuͤrfe beſchaͤftigen, ſo kann doch auch der ernſteſte Mann einmal auf einen Einfall kommen.“