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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Euch in der Verfolgung Eures Zweckes geſtört haͤtte, und als Ihr endlich allein waret und das edle Haus, das wieder das Eure ge⸗ worden war, von Herzen grußen konntet, hat Euch nichts beſchaͤf⸗ tigt, als der Gedanke, wie Ihr Euren Plan am beſten ausfuͤhren koͤnntet.“

„und was habt Ihr fuͤr einen, Signis? fragte Otho mit der Freundlichkeit eines Mannes, der gar nicht boͤſe iſt, daß er durch⸗ ſchaut werde. Worin kann ich Euch beiſtehen?“

„Guy von Levis retten, und ich glaube nicht, daß Ihr mir es abſchlagen werdet.“

„Ihn retten, das iſt keine leichte Sache.“

„Der Beiſtand eines einzelnen Mannes reicht hin; ich ſuchte ihn hier in der Naͤhe der Galerie, da hoͤrte ich, wie Ihr bei Eurem Vater fuͤr ihn batet. Von dieſem Augenblicke an habe ich nicht weiter nach Huͤlfe geſucht und nur auf Euch gewartet. Helft mir, ſeine Rettung iſt nicht ſchwer.“

„Ich weiß es,“ antwortete Otho,„auch iſt es nicht ſeine Ret⸗ tung, die mich beunruhigt, ſondern ob er ſie unter den Bedingun⸗ gen annehmen wird, die ich ihm vorſchlagen will.“

„Ihr werdet wohl einig werden,“ entgegnete Signis mit nie⸗ dergeſchlagenen Augen und ſanftem Lächeln,„oder ich habe Euch falſch verſtanden und kenne Herrn Guy nicht.“

Es lag ein Spott in den Worten der Graͤfin, der beſſer als jede Anklage ausſprach, was ſie von der Loyalität der beiden Ritter hielt. Otho erwiederte jedoch:„Es iſt kein Verrath, was ich Herrn Guy zumuthe, denn ich verlange von Niemandem etwas, das ich ſelbſt unter keiner Bedingung, und wenn ich mich von den grauſamſten Martern dadurch loskaufen könnte, thun würde.“

„Auch habe ich noch gar nicht ſagen wollen, daß Ihr ihm Verrath zumuthen würdet, denn deſſen iſt Gun nicht faͤhig, aber er ſieht wie Andere in die Zukunft, und weiß wie Andere ſeine Maßregeln darnach zu treffen.“

Otho ſah Signis mit einem kalten boshaften Blicke an, und ohne Anſtalt zu treffen, ſeine Worte durch die That zu beſtätigen, entgegnete er:„So gehe ich zu ihm; nimmt er meine Bedin⸗