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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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„Du gehſt auch, Credo, und morgen geht er auch, und ich werde ganz allein ſein, allein in den Haͤnden eines Weibes, das meinen Geiſt durch Verzweiflung und meinen Leib durch den Raub meines Schlummers aufgerieben hat. Wer ſoll mich noch raͤchen?“

„Aber an wen denn?“ frug Credo unwillig.

Da leuchtete von Neuem das Licht des Bewußtſeins uͤber des Alten Zuͤge, und wie ein Mann, der eben die Loͤſung eines Raͤthſels oder die Spur dazu gefunden hat, antwortete ert

„An ihr.. ja an ihr ſollſt Du mich raͤchen. Hore, Credo, ſeit langer Zeit ſchon iſt Alles vorbereitet. Oeffne dieſen Schrank.“

Credo gehorchte.

„Was liegt im erſten Fache?“

„Ein Dolch und eine goldgefullte Boͤrſe.“

„Ja, ja, ich wußte wohl, daß Alles ſchon lange vorbereitet war.“

„Aber was denn?“ frug Credo, in dem jetzt ein furchtbarer Argwohn aufſtieg.

„Ihr Tod. verſtehſt Du mich? morgen, dieſe Nacht noch kann ich ſterben; ich weiß es, da nimm Dolch und Börſe und tödte.“

Hier hielt er noch einmal inne und ſtarrte ſtieren Auges un⸗ beweglich vor ſich hin, als wenn ihm die Gedanken vergingen.

„Wen denn?“

Der Greis blieb einige Minuten ſtill.

„Haſt Du mir nicht geſagt, ſie liebte ihn nicht mehr?“

„Ja, ich bin gut dafuͤr,“ entgegnete Credo.

„Nun dann ihn.“

„Aber er geht ja gleich wieder fort.“

„Nun dann wen Du willſt. Aber ſie ſollen nicht alle Beide nach meinem Tode leben bleiben; daß ſie ſich dann liebten. Ich will's nicht, Signis! Sie hat mich nicht lieben, nicht einmal eine Stunde bedauern wollen; ſie ſoll auf dieſer Welt nicht lieben ſie ſoll nicht. Credo, Du gehörſt mir... Du haſt mir zugeſchworen, mir meine lette Bitte zu erfüllen Du haſt es