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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Während ſich die Menge verlief, hörte man noch manche dumpfe

Drohung gegen Otho ausſtoßen, denen ſich der Name eines Lei⸗ chentödters beimiſchte, und der dem Herrn von Terride von nun an fuͤr immer blieb.

„Wahrhaftig, meine Herren,“ ſagte hierauf Otho zu ſeiner Um⸗ gebung, mit einem Blicke des Zorns und dem Tone bitteren Vor⸗ wurfs,„großen und aufrichtigen Dank bin ich Euch ſchuldig für den Schutz, den Ihr mir gegen die rebelliſchen Knechte und Va⸗ ſallen geleiſtet habt.“

„Nicht ſo laut, junger Mann,“ verſetzte Wilhelm, der in ſeinem ſiebenzigſten Jahre zu dem Vierziger Otho ſich immer dieſes Aus⸗ drucks bedienen durfte,„nicht ſo laut, denn vielleicht ſind dieſe Leute

nahe genug, um Euch zu hoͤren.“

„Und ſeit wann darf der Ritter von dieſem Pöbel nicht mehr ſprechen, wie er es verdient?“

„Seitdem Unglück, Brand, Verwuͤſtung und Mord alle Häup⸗ ter unter ein gleiches ſchreckliches Schickſal gebeugt haben. Seitdem zehn Jahre lang dieſes Land dem vernichtenden Schwerte der Kreuz⸗ fahrer Preis gegeben iſt, haben dieſe Leute zu viel Barone an den Zinnen ihrer Burgen, wie Raͤuber und Abentheurer, hängen ſehen; zu viel Lehnsherren verbannt und vertrieben von Thür zu Thür bis in die Huͤtte des Letzten von ihnen bettelnd umherirren ſehen, als daß ſie nicht wüßten, daß kein Stand vor Ungluͤck, kein Recht vor Gewalt ſchuͤtzt; und ſeitdem ein Ritter nach dem anderen fuͤr das Vaterland gefallen iſt, ſeitdem die edeln Geſchlechter durch die un⸗ aufhörlichen Kaͤmpfe hinweggemaͤht ſind, haben auch wir ihren Beiſtand zu oft in Anſpruch nehmen muͤſſen, als daß ſie nicht wuͤßten, daß Muth und Tugend an keinen Stand gebunden iſt, und Muth und Tugend Anſpruch auf Dank hat.“

„Armes Land,“ wiederholte Otho mit verächtlichem Lichen, „wenn es von den Hoͤrigen und nicht von den Herren Huͤlfe er⸗ wartet.“

„Herr von Terride, ſpare Deinen mitleidigen Rath, bis Du das Land beſſer kennen gelernt, oder einem jener Kaͤmpfe beige⸗ wohnt haſt, wo kein Pardon genommen und gegeben wird, wo der