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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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„Und den Beweis dafuͤr,“ fügte ein Bogenſchütze hinzu,„liefert ein Stuͤck Pilgergewand, das noch ganz naß iſt. Wem von Euch, gnädige Herren, gehört es?“

„Mir,“ verſetzte Otho,„aber ich bin allein gekommen, und fuͤr mich iſt die Fähre nicht losgebunden worden.“

„Fuͤr wen alſo?“ riefen die Waffenleute im Aufruhr.

„Darnach habt Ihr nicht mich zu fragen,“ verſetzte Otho.

Tauſend Drohungen erſchollen von dem aͤußerſten Ende der Galerie, Otho ſuchte vergebens ſie zu beſchwichtigen, bis endlich Wilhelm von Minerve an Otho herantrat und ihm zufluͤſterte: „Gebt ihnen den Moͤrder, Herr von Terride, wer es auch ſei.“

„Ich kenne ihn,“ ſagte dieſer,„aber ich will ihn als lebende Geißel behalten, er iſt mehr werth fuͤr uns, als ein Sieg uͤber die Franzoſen.“

„Nehmt Euch in Acht,“ verſetzte Wilhelm leiſe.

Unterdeſſen hatten die Waffenleute ſich unter einander beſpro⸗ chen, und Credo rief mit lauter Stimme:

„Wir brauchen nicht lange nach dem Thäter zu ſuchen, und der wird Gott ſei Dank keinen Vertheidiger finden. Herr Guy von Levis kam heut Abend vom Kloſter St. Maurice, und als er durch Verrath und Luge in das Schloß drang, ſagte er mir, er hätte Guilellmeta eine Schärpe geſchenkt; und hier iſt Robin, der das arme Kind im Weidengeſtruͤpp gefunden hat; ſie trug noch die Schärpe des Herrn von Levis um den Hals. Aber der Mörder iſt hier im Schloſſe, er iſt in der Gewalt des Herrn von Terride, er gebe ihn heraus, wir wollen ihn am Wege aufknuͤpfen, wie es einem feigen Mädchenmörder ziemt.“

„Holla, meine Herren, ſeit wann iſt der Mord einer Vaſal⸗ lentochter an einem edlen Ritter, Freund oder Feind, mit dem Tode heſtraft worden?“

Nun brachen die Reiſigen und Knechte in laute Drohungen aus:

„Auf den Verrather, auf den Meineidigen, auf den Englaͤnder!“ tönte es von allen Seiten, und ſchon wollten einige uͤber die Balu⸗ ſtrade ſetzen; aber Otho trat ihnen mit bloßem Schwerte entgegen,

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