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„Was willſt Du und was verlangſt Du?“ frug ihn Otho,„war⸗ um draͤngſt Du Dich in den Kreis dieſer edeln Ritter, und wer iſt die Leiche, die Du mitbringſt.“
„Dieſe Leiche,“ entgegnete Manuel,„iſt meine Tochter, und von Dir, der Du Dich den Sohn meines Herrn nennſt, und von Euch, Ihr Ritter, fordere ich das Leben deſſen, der meine Tochter meuchlings gemordet hat.“
Ben⸗Ouled ſtieß bei dem Anblick der Leiche einen Schrei des Entſetzens aus, ſchwang ſich über die Baluſtrade und rief:„Wenn Du keine Gerechtigkeit findeſt, Manuel, ſo verſpreche ich Dir wenigſtens Rache.“
„Wer ſpricht von Rache, wenn ich es bin, von dem man Gerechtigkeit fordert?“ entgegnete Otho mit ſtrengem Tone.„Wer es auch ſei, Niemand hat hier das Recht zu antworten, wenn der Herr des Schloſſes antworten kann.“
Unter den Reiſigen und Dienern wurde ein Murmeln der unzufriedenheit vernehmbar, während die Ritter im tiefſten Schwei⸗ gen Blicke des Staunens wechſelten.
„Wen beſchuldigſt Du des Mordes?“ nahm Otho wieder das Wort.
„Nenne mir alle Ritter, die heut Abend in dieſes Schloß ein⸗ gezogen ſind, und wie es ihr guter oder ſchlechter Ruf mich ahnen läßt, will ich Dir ſagen, wen ich fuͤr den Schuldigen halte.“
„Keiner von ihnen hat den Fluß überſchritten, denn alle ſind auf dem Wege von Caſtelnaudary hierher gekommen.“
„und doch iſt die Fähre losgemacht geweſen; ich fand einen anderen Knoten, als wie ich ihn mache, und weil die Faͤhre auf dieſem Ufer iſt, muß ſie Leute vom anderen herübergeholt haben.“
„Wenn dem ſo iſt,“ ſagte Otho,„ſo hat Deine Tochter wider den Befehl Leute von druͤben heruͤber geholt, und dann deſto ſchlim⸗ mer fur ſie, daß ſie in der Gefahr umgekommen, in die ſie ſich begeben hat.“
„Es kann aber auch,“ verſetzte Manuel,„einer herüber ge⸗ ſchwommen ſein und ſich der Fäͤhre bemächtigt haben, die meine Tochter hat vertheidigen wollen.“


