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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Wunden der Volker zu ſchließen, deren Seele weint, deren Herz blutet. Geht und gebt dem unglucklichen Lande Ruhe und Frieden wieder. Befehlt den Glauben in die Haͤnde des Herrn und begeht nicht in ſeinem Namen Verbrechen. Wer noch ferner den Kreuz⸗ zug predigt, thut es wider meinen Willen.“

„Ich war aber auch dabei, als der Graf von Toulouſe zu ihm ſagte: Gnadiger Herr und Papſt, Du biſt Schuld, daß ich nicht mehr ſo viel Land habe, als ich zu den Spielen meiner Kindheit bedurfte; Du biſt Schuld, daß ich nicht mehr weiß, wo ich meinen Fuß hinſetzen ſoll; deswegen, weil ich Dir meine Staͤdte uͤbergeben habe, bin ich in ſolches Elend gerathen, daß ich weder Haus no Brod habe; aber unſere Suͤnden fallen auf Dich!““*

„Alter Mann,“ entgegnete ihm Innocens, nicht erzuͤrnt, aber niedergeſchlagen,„die Schufte von Biſchoͤfen haben mich zur Unge⸗ rechtigkeit gezwungen; nur Geduld, Du und ich wir werden bald gerächt ſein. Laß mir Deinen Sohn. Ich habe ein Erbe für ihn. Venaiſſin, Beaucaire und Avignon hebe ich für ihn auf, bis ich ihm wo moglich Alles wiedergeben kann. Unterdeſſen behält Si⸗ mon Languedoc.“

„Gnaͤdiger Herr,“ erwiederte der Knabe,„zwiſchen mir und einem Manne von Wenceſter iſt keine Theilung möglich; und weil Alles zum Kriege ruͤſtet, will ich von Dir blos die Erlaubniß, die Ent⸗ ſcheidung auf die Spitze meines Schwertes zu ſtellen; denn hätte es nicht die Kirche gethan, Menſchen haͤtten Toulouſe nicht geſturzt. Meine Sache iſt gerecht, gegen den ſtolzeſten Feind will ich ſie vertheidigen, und wir werden unſer ſchoͤnes Toulouſe wieder erobern. Du haſt genug fuͤr uns gethan; Du haſt uns von den Ketten be⸗ freit, mit denen die Beſchuldigung der Ketzerei uns bedrohte, und nun habt Acht, ihr Tieger, die meine Laͤnder verſchlingen, die Loͤwen ſind los!“

Da brach von Neuem der Beifall der Ritter los; doch uͤber⸗ tonte dieſen ein fuͤrchterlicher Laͤrm von draußen.