ganzen Chriſtenheit hingeopfert worden, iſt aller Glanz edler Tugend verblichen, hat jede Krone ihren ſchönſten Diamant verloren. Und wirſt Du, nun er todt iſt, ſein Erbe ſeinem Erben nicht wiedergeben? Es gilt Deine Ehre hier, denn auf Dein Gewiſſen waͤlze ich alle Verbrechen, die das Oypfer, das nirgends Gerechtigkeit und Billigkeit fand, begehen kann. Gieb ihm auf der Stelle Land und Leute wieder, oder ich verlange ſie am Tage des Gerichtes von Dir, am Tage, wo auch Du gerichtet werden wirſt.“
Kaum hatte Terride mit ſtolzem, wildem Tone dieſe Worte
des Grafen wiederholt, als eine bewegte thränenreiche Stimme rief: „Edler Graf von Foir, edler Graf, Du haſt mir Wort ge⸗
halten,“ und alle Ritter fielen mit Begeiſtrung ein: „Ehre dem Grafen Foip, dem Tapfern und Stolzen, dem Unbeſiegbaren und Gerechten!“
„Weiter,“ rief Wilhelm von Minerve lebhaft,„was ſagte denn der Papſt dazu?“
„Ein einziges, trauriges, truͤgeriſches Wort: Gerechtigkeit ſoll ihm werden. Dann zog er ſich in ſeine Gärten zuruͤck, wo ihn dreihundert Aebte und Biſchöfe von ſeinen guten Entſchluͤſſen ab⸗ brachten, indem ſie ihm die Dienſte Montfort's hervorhoben, mit Bitten, Thraͤnen, Drohungen beſtuͤrmten, bis daß er Montfort im Beſitz von Languedoc beſtatigte und nur die Provence, die wie alles Uebrige auch in ſeinem Beſitze iſt, vorbehielt. Darauf abſol⸗ virte er die vier Grafen und erklärte ſie für gute Katholiken.“
„Unwürdige und trugvolle Gerechtigkeit!“ tönte es von allen Seiten.
„Armſelige Wohlthat,“ ſagte Wilhelm.
„Alles iſt verloren,“ ſagten die anderen Ritter.
„Nein,“ erhob ſich Otho kraftvoll,„Alles iſt gewonnen. Es giebt kein Verbrechen der Ketzerei mehr, es giebt keine Prädicanten, keine Kreuzfahrer mehr, denn noch hoͤre ich die letzten Worte des Papſtes bei der letzten Audienz:„Es iſt Zeit, daß die troſtloſen Ereigniſſe aufhören, die uns Alle ſchon zu lange entehrt haben, und mich mehr als Euch, Ihr Herren Biſchöfe; es iſt Zeit, die


