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ſchwebt das Henkerbeil unter dem Vorwande eines Ketzerthums, das ich für mich, für den Grafen, meinen Herrn, laugne, und was ich nicht erſt fuͤr deſſen Sohn zu läugnen brauche, weil dieſer zur Zeit, wo die Kriege und Verfolgungen begannen, noch ſo zarten Alters war, daß er weder gegen die Kirche noch gegen den Staat fehlen konnte. Was ich geſagt habe, iſt wahr, und ich frage Dich, welchem Heiligen zu Ehren, welches lehnsherrlichen Rechtes wegen haſt Du geſtattet, daß Raimund, um nur von ihm jetzt zu ſpre⸗ chen, ſeiner Städte und Länder beraubt wurde, und zwar zu Gun⸗ ſten eines engliſchen Bettlers, der die Ehre des franzöſiſchen Adels uberliſtet und die Stimmen Deiner Biſchoͤfe erkauft hat?“
Bei dieſen Worten erhob ſich ein allgemeines Murren, und Foulques, der verſchmitzte Biſchof von Toulouſe, der unverſoͤhnlichſte Feind Roger's, der thätigſte Emiſſär Simon's von Montfort, erhob ſich kühn und ſchnitt dem Grafen Bernhard Roger die Rede mit den Worten ab:
„Du hörſt es, Herr und Papſt! Selbſt das Gebet wird in ſeinem Munde zur Gottesläſterung. Er ſagt, er habe keinen Theil an dem Ketzerthume, und ich ſage Euch, in ſeinem Gebiete haben die Ketzerlehren am Tiefſten Wurzel geſchlagen; es war voll von Waldenſern, und um dieſen eine Zufluchtsſtätte zu ſchaffen, baute er das Schloß Mont⸗Segur. Seine Schweſter war die Seele der Ketzerverſammlungen, und er(der Graf von Foix) hat ſie, ſtatt ſie zu verbannen, in ſeinem Schloſſe Saverdun aufgenommen; wenn aber die Wallfahrer und Kreuzbrüder kamen und die Ketzer zuͤchtigen wollten, da zog er gegen ſie zu Felde und ſchlug ſo viele todt, hieb ſo viele in Stücken, metzelte ſo viele nieder, daß ihre Gebeine ein weites weißes Knochenfeld in den Ebenen von Mont⸗ joie bilden, und da rechne ich die Verſtuͤmmelten, die Geblendeten, die Einhaͤndigen, Alle, die er auf die Folter ſpannte, noch gar nicht. Darum muß meiner Meinung nach dieſer Mann auf dieſer Welt ſeines Beſitzthumes entſetzt, und in jener Welt der ewigen Verdamm⸗ niß Preis gegeben werden.“
Beifallgemurmel begleitete dieſe Worte, aber bei dieſem Mur⸗ meln röthet ſich die Stirne des Papſtes, er befiehlt Ruhe in Ge⸗
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