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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Erbe einziehe, dann ſoll ſich eine Kirche fur Unſere liebe Frau und die reuige Magdalena erheben.“

„Das iſt noch nicht genug, ſchöner Ritter,“ fuhr die Graͤfin fort, „Du mußt auch gegen jeden Ritter den Satz vertheidigen, daß keine lebende Dame ſchöner ſei, als die heilige Jungfrau, die Mutter unſeres Herrn,„und ihre Begleiterin Marie Magdalena,“ fiel Regina, 3 der Eitelkeit ihrer Mutter ſchmeichelnd, ein.

„Das will ich,“ erwiederte der Ritter demuͤthig.

„Du wirſt von nun an den Namen eines Ritters der Damen des Himmels fuͤhren und nur fuͤr ſie Liebe fühlen.“

Raimund leiſtete mit aufrichtiger Ueberzeugung den Eid und hatte noch keine Ahnung von ſeinen Folgen. Als ſie ihn darauf uͤber ſeine Reiſe und Hoffnungen befragt hatten, und dieſer auf alle Fragen mit gebogenem Knie und geſenktem Haupte geantwortet, verſchwanden ſie und ließen den Grafen im Dunkeln, denn unter⸗ deſſen war der Abend hereingebrochen. Da fuͤhlte ſich auf einmal der junge Graf von zwei nerwvichten Faͤuſten gepackt und in die Höhe geriſſen, und als er die Freiheit wieder gewonnen hatte, fand er ſich auf dem Wege nach Rom. Waäͤhrend er noch Alles Mogliche that, um ſich zurecht zu finden, flüſterte ihm eine Stimme ins Ohr:„Willſt Du die Hochheilige Magdalena wiederſehen, ſo bete in der Kirche des heiligen Petrus zu ihr,“ und eine andere wei⸗ chere:„Willſt Du die Hochheilige Jungfrau wiederſehen, bete zu ihr in der Capelle der Heimſuchung;“ und ehe er noch antworten konnte, befahl ihm eine dritte Stimme, aber laut und herriſch: „Nimm das Roß mit Allem, was es traͤgt, aber bei Deinem Leben, kehre nie in dieſen Palaſt zuruͤck.“ In demſelben Augen⸗ blicke hatte ſich auch Alles entfernt, und Raimund fuͤhlte ſich allein. Auf dem Wege ſtand ein wohlgezäumtes Pferd, an deſſen Sattel ein ſeidner mit Goldſtücken gefullter Beutel hing. Nach ſeiner Ruͤckkehr nach Rom erzaͤhlte der junge Graf ſeinen Gefaͤhrten, was er erlebt hatte. Der Graf Comminges wollte daruͤber lachen, aber der erfahrnere alte Graf von Toulouſe wollte darin ein untrügliches Zeichen ſehn, daß, wenn der Schutz der Biſchöfe der Sache des