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ſeines Vaters und der anderen Grafen ließen ihn ſeinen Weg an⸗ treten. Weiter als zwei Meilen lag der Palaſt des Kardinals von der Stadt entfernt; der junge Graf legte den Weg zu Fuß zuruͤck und war ſo erſchöpft von dem heißen Sonnenbrande, daß er kaum
die Kraft hatte, einem Kleriker ſein Geſuch an den Biſchof aufzu⸗
tragen, und, waͤhrend er unter der von Blumenduft durchwehten
offenen Gallerie den Augenblick, wo er eingefuͤhrt werden ſollte,
erwartete, einſchlief. Der Biſchof, ein ſtolzer eitler Mann, trat eben an der Hand ſeiner Schweſter, der Graͤfin von Norwich und deren Tochter Regina,
heraus, um ſich in das Concil zu begeben, und wollte den jungen Grafen
wie einen gemeinen Bittſteller im Vorbeigehen abfertigen. Als der
Biſchof mit ſeinem Gefolge in die Galerie trat, ſuchte der Kleriker
vergebens den jungen Grafen, bis er ihn endlich ſchlafen ſah. Er wollte ihn ſchnell aufwecken, aber die Gräfin hemmte mit den Worten:„Der arme ſchoͤne Knabe!“ ſeine Schritte.
Sie hatte recht, denn noch nie hatte eine edlere Schoͤnheit
aus einfacherer, man koͤnnte ſagen elenderer Tracht hervorgeleuchtet.
Sogar der Biſchof, ſo herzlos er auch war, konnte ſich einige Au⸗ genblicke des Mitleids nicht erwehren, denn die lebhafte, durch ſeinen weiten Weg hervorgerufene Roͤthe war einer traurigen Bläſſe und einem empfindlichen Froſteln gewichen. Der Biſchof ging daher an ihm voruͤber, ohne daß er geweckt wurde, und hinterließ den Befehl, ihn bis zu ſeiner Rückkehr warten zu laſſen.
Die Graͤfin war eine durch Herzensguͤte ausgezeichnete Dame, gefiel ſich aber zuweilen in ſonderbaren Einfällen und ließ den ſchoͤnen Schlaͤfer durch ihre Kammerfrauen wegtragen. Dieſe fanden die Laſt eines ſo ſchönen jungen Ritters nicht zu ſchwer und legten ihn auf ein ſeidnes mit Flaumenfedern gefuͤlltes Ruhebett in einem mit den herrlichſten Gemaͤlden und koſtbaren Tapeten geſchmückten Cabinet, deſſen Fußboden die ſchönſte Moſaik bildete, ſanft nieder. Darauf kleidete ſich die Graͤfin und ihre Tochter, die ſie mit mehr Zärtlichkeit als Vorſicht erzog, in lange weiße Gewänder, huͤllten ſich in langherabwallende Schleier und erwarteten ſo den Au⸗
genblick ſeines Erwachens, um ſich an der Ueberraſchung des jungen


