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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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„Erklaͤrt es uns als ein verſtändiger wahrhaftiger Mann, damit wir ſicher daruͤber urtheilen koͤnnen,“ entgegnete Herr von Minerve.

„Nein,“ toͤnte es von allen Seiten,„erzaͤhlt es als einen Roman, tragt es uns als eine Romanze vor, dann koͤnnen wir noch beſſer urtheilen.“

Zu dieſem von allen Seiten unter den Rittern ausbrechenden Tumulte geſellten ſich noch die Bitten der Reiſigen und Knechte hinter der Baluſtrade hervor, und da Otho glaubte, durch Geſang mehr ausrichten zu koͤnnen, als durch eine ruhige Sachdarſtellung, gab er ſeine Einwilligung zu erkennen.

„Daran erkenne ich Euch, Ihr Ritter aus der Provence,“ rief Wilhelm von Minerve,„Ihr bleibt doch immer dieſelben. Das Leben Eurer Kinder, die Ehre Eurer Frauen gebt Ihr fuͤr ein Lied, den Kampf vergeßt Ihr über der Erzaͤhlung eines fahrenden Saͤngers.“

„Alles zu ſeiner Zeit,“ entgegnete Terride,„und meine Erzählung wird ihre guten Fruͤchte tragen, ſie wird Euch zeigen, daß, wenn mit dem jungen Raimund Gerechtigkeit und Billigkeit in die Pro⸗ vence zuruͤckkehren, auch die Ritterlichkeit und Galanterie, welche die franzoſiſchen Barbaren verjagt haben, wieder bei uns einziehen werden.“

Ein Beifallmurmeln folgte dieſen Worten; Jeder neigte Otho viel aufmerkſamer ſein Ohr, als da er von dem Geſchick der Pro⸗ vence redete, und der Herr von Terride ſprach die folgenden Worte in zierlichen Reimen:

Ein Tag war dem jungen Grafen in Rom verfloſſen, als ſein Vater zu ihm ſagte:„Geh' und gieb dem Biſchofe von Osma das Antwortſchreiben Königs Johann; uberreiche es in Demuth und Ehrfurcht, denn er iſt ein Mann, der gebeten ſein will, je demuͤ⸗ thiger und ärmer Du ihm erſcheinſt, deſto mehr wird er eine Ehre darin ſuchen, Dich zu beſchutzen. Er gehört zu denen, die Ge⸗ rechtigkeit Jedem verweigern, der ſie mit lauter Stimme fordert, aber dem verzeiht, der fußfaͤllig fleht.“ Der junge Mann ging in den Palaſt des Kardinal⸗Biſchofs, obwohl mit Widerſtreben, denn er beugte ſeinen Sinn nicht gern unter ſein ungluͤck; aber der Rath