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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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das Schwert. Die Graͤfin Signis erblaßte und ſank in ihren Stuhl zuruͤck, waͤhrend Ermeſſinde vor ihr auf die Kniee fiel, ihr Geſicht in ihren Schoos barg und ſtöhnte:Mutter, Mutter, wir ſind verloren!

Schon wollte der junge Mann an Guy's Seite den Kampf beginnen, als dieſer mit ruhiger Stimme ihm zurief:Halt ein, Kind, nicht durch edle Ritterſchwerter darf Bauern⸗ und Betrüger⸗ blut fließen; ich habe Dich in Rom geſehen, aber da trugſt Du weder Schwert noch Panzer, nicht einmal das Pilgerkreuz, ſondern das Kleid des Kaufmanns und auf dem Rücken den Ranzen; die Feder auf meinem Helme habe ich dort von Dir gekauft, und noch an Ermeſſindens Kleide kannſt Du Deine Stickereien wie⸗ derfinden.

Ganz wohl, erwiederte der Pilger,und Du wirſt Dich noch entſinnen, daß ein Knabe Dir die Stickereien auf einem dreikan⸗ tigen Stabe zumaß;z jetzt hat der junge Mann ſeinen Stab mit dem Schwerte vertauſcht, und mit dieſem Schwerte hat er in Beaucaire Lambert von Limou mit ſechzig der beſten franzöſiſchen Lanzen eingeſchloſſen. Der huͤbſche Handlungsburſche war der junge Graf von Toulouſe, und ich ſchäme mich nicht, ein Ge⸗ werbe getrieben zu haben, das mein Lehnsherr durch ſeine Theil⸗ nahme daran geehrt hat.

Wohlan denn, Kauf- und Lehnsherr, und Kaufherr und Vaſalle, vom Lateran zu Boden geſchmettert, was wollt Ihr hier? Von dem Prieſterurtheil an das Gottesurtheil appelliren und dem ganzen Lande die letzten Abſchiedsworte des jungen Grafen von Toulouſe zurufen: Am Römiſchen Hofe giebt es weder einen Gott, noch Glauben, noch Redlichkeit, noch Geſetz! Wahnſinniges Geſchwaͤtz verſetzte Guy,ſeid Ihr fuͤr Eure Widerſpenſtigkeit nicht ſchon genug gezuchtigt? Wollt Ihr noch ein⸗ mal den Zorn Montfort's und ſeiner Ritter verſuchen? Soll er Euch bis auf den letzten Mann vertilgen? Soll das Schloß Deines Vaters wie die andern dem Boden gleich gemacht werden? Lieber ſo, Herr Guy, als in Deinen Haͤnden.