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Die Eroberung von Toulouse : eine historische Novelle / von Frederic Soulié ; aus dem Französischen übertragen
Entstehung
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Hat er Dir ſein Wort unter keiner anderen Bedingung weiter gegeben? fuhr der Pilger fort.

Unter keiner anderen weiter, antwortete Signis.

Keine Rechte irgend einem Weſen vorbehalten?

Keinem, ſagte die Graͤfin.

Iſt das wahr, gnädiger Herr? frug der Unbekannte.

Es iſt wahr, denn als ich das Verſprechen gab, glaubte ich die Unmoͤglichkeit ſelbſt zu verſprechen. So viel Ungerechtigkeit konnte meiner Ueberzeugung nach nicht auf dem Stuhle des Statt⸗ halters Gottes thronen.

Nun aber ſag' mir Du ſelber, iſt es wahr, daß unſer heiliger Petrus den Barbaren mit unſerem ſchoͤnen Languedoc belehnen konnte?

Es iſt wahr; aber ſelbſt unter dieſer Bedingung, durftet Ihr frei und ungehindert Euer Wort verpfänden?

Wer ſeid Ihr denn, daß Ihr ſo fragen duͤrft? unterbrach die Graͤfin mit Hoheit.

So giebt es denn kein Herz hier, das ein Andenken bewahrte, keinen Sn der ein Echo meines Namens toͤnt? Wohl, ſo wißt denn

irreſt Otho von Terride, ſagte der Maure und trat vorz ſo wie Du eintrateſt, habe ich Dich erkannt, denn ich hatte nicht

ſo lange die Unverſchaͤmtheit dieſes Mannes ertragen, wenn ich

nicht wußte, daß Niemand hier im Schloſſe in Gegenwart ſeines rechtmäßigen Herrn ſprechen duͤrfe.

Auch ich, rief Credo,habe in Euch meinen Herrn erkannt, und deshalb habe ich Euch die Thuͤren an der zweiten Mauer ver⸗ riegeln laſſen, und bin Euch bis hierher gefolgt.

Bei dem Namen Otho hatte ſich der alte Herr von Lerride erhoben, ſein Schwert wieder ergriffen und ſich an die Seite ſeines Sohnes geſtellt, es war, als wenn ſeine Gegenwart ihm neue Kraft und Hoffnung gaͤbe. Aber zu gleicher Zeit ſtellte ſich auch der ſchöne junge Mann, den bis jetzt nichts außer Otho's Auftreten in ſeiner Aufmerkſamkeit bei dem Manuſcripte ſtören konnte, raſch an die Seite Guy's von Levis und zog, ohne ein Wort zu ſagen,