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„Und laͤngſt ſchon waͤre es ſo weit, wenn ich Deinen alten Vater nicht aus Mitleid und aus Liebe zu ſeiner edeln Tochter geſchont haͤtte.“
„Du luͤgſt, edler Herr, denn Du biſt noch beſſerer Politiker, als Todtſchlaͤger. Sagteſt Du nicht noch heute Abend zum Abte von St. Maurice, der Stern Montfort's ſei im Verbleichen, und wer nur das Recht der Eroberung fuͤr ſein Beſitzthum in Languedoc habe, wuͤrde uͤber kurz ſeine Burg, wie Montfort ſeine Lehns⸗ herrlichkeit verlieren, trotz aller Bullen der Päpſte und Concilien.
Darum wolleſt Du auch Deine Rechte auf das Schloß Terride und
das Marquiſat Mirepoir beſſer, als durch das bloſe Schwert, durch Heirath und Erbfolge, ſichern. Aber die Heirath wird nicht vor ſich gehen, und das Erbrecht gehört mir, und Du, der ſo eilig mit ſeiner Vermählung war, Du wirſt nicht zu Montfort, der, weil er von den Provengalen auf allen Seiten gedraͤngt iſt, alle ſeine Ritter um ſich verſammelt, Du wirſt nicht zu ihm zuruck⸗ kehren und ihm keine Botſchaft von dem unwiederbringlichen Ver⸗ luſte Beaucaires, keine Botſchaft von dem Verluſte Toulouſes bringen, das in dieſer Stunde ſeinem alten Grafen zuruͤckge⸗ geben iſt.“
„Du biſt der Luͤgner!“ rief Guy, auf den dieſe Nachricht den heftigſten Eindruck machte; Toulouſe iſt ſeiner Bollwerke beraubt, hat weder Mauern noch Waͤlle, weder Schanzen noch Thuͤrme, weder Waffen noch Rüſtungen, weder Soldaten noch Barone, ein Leichnam iſt es, den wir mit Fuͤßen getreten, mit Hunde⸗ peitſchen zerfleiſcht haben, und der nicht gemuckſt hat.“
„Aber der Tode iſt wieder auferſtanden,“ entgegnete Otho,„mit dem Grafen Raimund von Toulouſe iſt wieder Leben in ihn ge⸗ kommen und Stärke mit dem Grafen Bernhard Roger von Foix.“
„Mein Sohn, mein Sohn!“ rief der Vater,„etzaͤhle mir alle die Wunderthaten, daß ich nicht mit Verzweiflung im Herzen uͤber
die Eroberung unſeres Landes durch Barbarenhorden ſterben muß,
daß ich denen, die mir vorangegangen ſind, verkuͤnden kann: Languedoc hat ſein Banner und ſein doppeltes Kreuz wie⸗ der erhoben.“


