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anderen Gebäuden eingeſchloſſenen Platz aus. Immer noch fuͤhrte der Weg bergan und erreichte endlich die von der Natur geſchaffenen Terraſſen, welche den hoͤchſten Punct der äußeren Befeſtigungen und zugleich den Grund des letzten Bauwerkes dieſer auf einander ſtu⸗ fenweiſe gethuͤrmten Steinmaſſen bildeten; aber das war noch nicht Alles, denn hinter dieſen Bollwerken gelangte man auf die Plate⸗ forme, wo die vier Thuͤrme gaͤnzlich iſolirt ſtanden und die Citadelle des ganzen Schloſſes bildeten. Hier war rings um den Felſen ein Graben eingehauen, der, obgleich ohne Waſſer, dem Eindringlinge immer noch bedeutende Schwierigkeiten in den Weg legte; denn eine einzige Zugbruͤcke mit einem ſchmalen und niedrigen Pfoͤrtchen ge⸗ ſtattete den Eintritt in die Citadelle. Hier waren in ungeheueren Räumen und Hallen, welche die einzelnen Thuͤrme mit einander in Verbindung ſetzten, alle Mittel eines verzweifelten Vertheidigungs⸗ kampfes aufgeſtapelt, Wurfgeſchoſſe aller Art, Oelſchlaͤuche, Maſſen von Pech, um die Angreifenden mit ſiedender Gluth zu uͤberſtroͤmen, ein ungeheurer Vorrath an Getreide, Futter, geſalzenem Fleiſche, Wein, Holz in großen Bloͤcken, und endlich an der geheimſten ver⸗ borgenſten Stelle das Geld, Geſchmeide und der Waffenſchmuck. So eine Veſte, welche von keiner anderen beherrſcht wurde, wuͤrde noch in unſeren Tagen für ſchwer einnehmbar gelten, wie viel größer mußte ihre Wichtigkeit in Zeiten ſein, wo die Eroberung eines Platzes dadurch nur moͤglich wurde, daß die Mauerbrecher mit den Mauern Stirn gegen Stirn kaͤmpften.
Außer ſeiner künſtlichen Stärke zog das Schloß noch durch ſeine Lage außerordentlichen Vortheil, denn es beherrſchte, wie wir geſehen haben, die Straße von Caſtelnaudary nach Mirepoix und von da nach Foix. Das ganze reiche Thal, das ſich zu ſeinen Fuͤßen hinzog, war in ſeiner Gewalt, und auf ein Wort des Burgherrn brachen zwanzig Reiſige hervor und raubten in einer oder zwei Stunden die Heerden der Ebene. Binnen gleicher Zeit mähten die Maͤher von den reichſten Wieſen das Futter fuͤr die Roſſe ihres Herrn, und verſprach der Reiſende durch ſein Aeußeres auch nur die geringſte Beute, ſo konnte er ſchwerlich der Raubſucht der Schloß⸗ mannſchaft entgehen. Der Ringmauer gegenuber befand ſich eine Fähre,
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