196 denken, ſie war an ſie gerichtet und doch auch wieder nicht. Sie ſann hin und her, es blieb ihr laͤnger kein Zweifel, ſie wurde mit einer andern Perſon verwechſelt, und doch wieder die Verheirathung ihrer ECugenie, der Vorname ihres Gemahls; der Brief blieb ihr unerklaͤrlich. — Gern haͤtte ſie jetzt den Fremden noch heute Abend geſprochen, nindeß es war nuͤber ihrem Sinnen und Betrachtungen ſpät geworden, ſie fand es nun unſchicklich, ihn, ihrem erſten Ent⸗ ſchluß zuwider, jetzt noch zu ſich rufen zu laſ⸗ ſen. Da erleuchtete auf einmal ein Strahl ihre Seele, ſie dachte ihrer Mutter, dirſe war ja aus Frankreich, hieß Eugenie, wie ihre Toch⸗ ter, ſollte der Brief vielleicht an dieſe gerichtet ſeyn?— Zwar wußte ſie nichts von dinem Va⸗ terfluche, nichts von einem unverſöhnlichen Bru⸗ der derſelben, doch, daß ihre Mutter an einem heimlichen Kummer gelitten, der ihr Leben ſo früͤh geendet, das hatte ſie von Cäcilien er⸗ fahren. Sie dachte an Sarackſor, dieſer al⸗ te, treue Diener kannte ja, wie er pftazu ver⸗ ſtehen gegeben, alle Verhältniſſe ihres Hauſes, er war mit ihrem Vater, dem Grafen Faver Caboga in Frankreich geweſen, als er ſich daſelbſt mit ſeiner Gattinn Eugenie vermaͤhl⸗ te, er wußte wahrſcheinlich Licht in dieſer Sache
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