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und am Hochaltare hatte ſie Caͤcilien und ihrem heiligen Engel St. Michael den Eid der Tugend geſchworen.„Bleibe in jedem Ver⸗ haͤltniſſe rein vor Gott und vor Dir ſelber,“ waren Caͤciliens letzte Worte an ſie.—
So ſtieg ſie nebſt ihrer Kammerfrau, der Waͤrterinn ihrer Kindheit, in den von Clo⸗ tilden geſandten Reiſewagen. Unter ihrem Gepaͤcke befand ſich ein Käſtchen, welches ihr Bild in dem Medaillon, das Adollar auf ſei⸗ ner Bruſt getragen, nebſt einem Schreiben Caͤ⸗ eiliens an den Grafen enthielt.
Erſt vor einiger Zeit hatte ſie es Foſe⸗ phen als einen Nachlaß Adolar's gezeigt, und ihr die Anwendung, welche ſie davon ma⸗ chen ſolle, mitgetheilt.„Wir könnten, ſprach ſie,„wie unter Standesperſonen oft Gebrauch iſt, dieſes Bild dem Grafen zuſenden, es wuͤrde ihm angenehm und ſchmeichelhaft ſeyn; doch meinſt Du nicht gleich mir, es ſei beſſer, er ſaͤhe Dich ſelbſt fruͤher als das Bild? Trotz der vollkommenen Ahnlichkeit mit Deinen Zuͤgen, konnte irgend ein von uns nicht bemerkter Zug an dem Bilde, dem wahren Ausdrucke Deines Geſichts entgegen ſeyn, alſo iſt es beſſer, er ſieht Dich wie Du biſt. Doch wird, wie ich hoſſe, das Bild ein ſehr werthes Geſchenk fuͤr


