Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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Kirche wollte, um, ehe man den Sarg verſchloß, ihren Liebling noch einmal zu ſehen; ſie verwies Joſephen die allzu lebhaften Außerungen ih⸗ res Kummers.Ehre ſein Andenken im Stil⸗ len, ſprach ſie ermahnend,wozu die auf⸗ fallenden Beweiſe desſelben? Deiner Jugend, dem erſten Schmerze verzeihe ich ſie. Komm jetzt mit mir, unſerm Freunde den letzten Gruß zu bringen! Foſephe folgte ihr ſchweigend, doch kaum am Sarge angelangt, ſchien die Fluth ihrer Thränen ſie erſticken zu wollen und erweckte Caciliens Befremden.Laß mich, mein lie⸗ bes Kind, ſprach ſie, ſelbſt ergriſſen,einige Augenblicke ungeſtört hier zubringen; gehe auf meine Zelle, Joſephe, und erwarte mich dort und meinen Troſt. Joſephe entfernte ſich, gehorſam dem muͤtterlichen Willen; doch wandte ſie zogernd im Fortgehen noch einmal das ſchone Haupt, den letzten Blick auf ihren Freund zu werfen.

Cäcilie ſegnete den Todten ein, ſie labte ſich noch einmal an ſeinen freundlichen Zügen, und der alte Verſorger ſeiner Jugendtage ſtand mit gefaltenen Haͤnden geruͤhrt neben ihr. Da gedachte ſie plotzlich an Joſephens Bild, welches ſie einſt auf Adolar's Bruſt er⸗ plickt hatte; ſollte es vielleicht noch auf der⸗