Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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482 len auch noch ſchmerzlich in ihr Herz ſchlagen, ſie bedeckte die blutenden Wunden mit eigener Kraft; ſie trat aus ihrer Zelle mit gewohntem edeln Anſtande; nur ſchien es, als richteten ſich die milden Blicke noch verklaͤrter wie ſonſt nach oben; immer mehr hatten ſie dort zu hofſen, wieder zu ſinden; faſt alle ihre Erdenfreude war dort hinauf gezogen. Joſephens Zukunft war die letzte, reiche Hoffnung ihres Daſeyns. Wie der Landmann neben der vom Wetter verheer⸗ ten Saat, nahe der goldenen Erntezeit, ſteht, die Frucht ſo mancher ſchweren Stunde, man⸗ ches heißen Tages, durch die Gewalt des Au⸗ genblicks vernichtet ſieht, und doch, zwar ſchwe⸗ ren Herzens, aber mit ungebeugtem Muthe, die zerriſſenen Felder umpfluͤgt, einer neuen Hoff⸗ nungsſaat entgegen ſehend; ſo ordnete Caͤcilie mit aͤußerlicher Geiſtesruhe das Begraͤbniß Ado⸗ lar's an. Durch die Gunſt des Biſchofs wurde es ihr vergoͤnnt, den jungen Kuͤnſtler, der ſich durch ſein Gemaͤlde dem Kloſter fuͤr immer ver ewigt hatte, in deſſen geweihtem Begräbniſſe ein⸗ ſenken zu laſſen, die geliebte Huͤlle durfte in ihrer Nähe bleiben. Sie redete nicht viel von dem Todten, das Wort daruͤber mied ſie, wo und wie ſie konnte, und Joſephe, die im Gegentheil eine ſuͤße Schwaͤrmerei mit