Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

175

Wie ſehr Du Dich ereiferſt, erwiederte Cacilie,als kennteſt Du meine zärtliche Sorge fuͤr meine Kinder ſo wenig! Adolar wird ſeine Freundinnen nicht ſo ſehr betruͤben, ſie nicht ſo quälenden Sorgen um ihn hin ge⸗ ben, und ſie verlaſſen, wenn ſie fur ihn fuͤrch⸗ ten muͤſſen. Nicht wahr, Du bleibſt in un⸗ ſerer Nähe, bis Deine Geſundheit wieder befeſtigt iſt? Adolar beugte ſich ſchweigend auf ihre Hand. Caͤcilie nahm dieſes als Bejahung auf ihre Frage, und obgleich ſie wichtige Gruͤnde hatte, Adolar's Entfernung fuͤr jetzt zu wuͤn⸗ ſchen: ſo ſah ſie doch die Nothwendigkeit vor Augen, den geiſtig und korperlich Kranken noch in ihrer Naͤhe zu behalten. Sie fuͤhrte das Ge⸗ ſpräch auf andere Gegenſtaͤnde und ſah mit Ver⸗ gnuͤgen, wie Adolar's truͤbe Stimmung ſich verlor, wie er lebhaft und gern, wie ſonſt, von der Vergangenheit, und vorzugsweiſe von den heitern Tagen ſprach, die er in Italien verlebt hatte. Joſephe höͤrte ihm freundlich und liebe⸗ voll zu, und bereitete bei'm Nachtmahle ſelbſt die Erfriſchungen fuͤr ihn. Es war, als konne Adolar heute gar nicht ſcheiden, und wie es doch endlich geſchehen mußte, ſah ſie, wie der ſanfte Frohſinn plötzlich von ihm wich, und daß er bleich und mit Thränen in den großen blauen