Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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Boden bedeckte. Die erbebende Jungfrau ſchien den ſchimmernden Flug desſelben mit ihren Blik⸗ ken zu begleiten, welche indeſſen, noch umflort von dem plotzlichen Wechſel des Erwachens aus tiefem ſuͤßen Schlummer zur blendenden Tages⸗ helle, unſicher umher irrten, als fuͤrchte ſie neue Verfolgung. Adolar beugte ſich zitternd unter die tief herab haͤngenden Zweige des Roſenbaumes; kein Athemzug verrieth ſeine Nähe; Joſephe aber blickte beſorgt auf ihren Buſen nieder, und ging dann, noch immer feſt die Hand, wie einem heftigen Schmerze wehrend, dagegen druckend, eilenden Schrittes aus dem Garten und dem Kloſter zu. Ado lar ſprang empor, ſeine verlangenden Blicke ſuchten und fanden Joſe⸗ phens Bild bald zwiſchen den es verbergenden Grashalmen. Er riß es empor, es mit heißen Kuͤſſen zu bedecken und auf ſeinem Herzen zu verbergen. Auf demſelben Wege, den er ge⸗ kommen, ſchlich er zum Garten hinaus, und ging bald darauf wie gewoͤhnlich durch das Klo⸗ ſterthor, um ſeinen letzten Beſuch, wie er ahnen mußte, dort zu machen. Wunderbar war Spo⸗ nini's Wort in Erfuͤllung gegangen: das Gold des Bildes hatte brennend ſein Siegel der Lilien⸗ haut Joſephens eingebrannt, denn er fand