Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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noch klar und geordnet. Eine ſanfte Ungeduld zog ihn in's Kloſter, und doch hielt ihn die Scheu, dort ſo fruͤh, ungelegen zu kommen, da⸗ von zuruͤck. Der Nachmittag erſchien, es ließ ihm nicht langer Ruhe; in Joſephens Nähe trieb ihn das kranke Herz. Die Sonne brannte

gluhend. Als er ſich dem Kloſter näherte, ſah

er die meiſten Zellenfenſter dicht verhangenz es war die Stunde, wo die Kloſterfrauen Sieſta zu halten pflegten, alſo noch viel zu fruͤh, bei ihnen zu erſcheinen. Adolar ging daher durch eine Seitenpforte des Kloſterhofes in den Gar⸗ ten, um daſelbſt die Stunde zu erwarten, wo er Joſephen ſehen wuͤrde. Langſamen Schrit⸗ tes ſchlich er durch die Blumengänge, an den gruͤnen Hecken hin; das Sonnenlicht ſpielte ſo lieblich mit dem lichten Farbenſchmelz um ihn her, und weckte in ſeiner Phantaſie viel ſchone Bilder, von denen er einſt geträumt, die Sehn⸗ ſucht nach Kunſt und Schaſſen durchflammte ihn hellz es reute ihn faſt, daß er ſein junges bluͤhendes Leben im wilden Liebesrauſche ſo ſcho⸗ nungslos dahin geben wollte; doch da riß die Erinnerung an Joſephen wieder ſchmerzlich an ſeinem Herzen, und er jauchzte heimlich dem nahen Tode entgegen, der ſchon in ſei⸗ nen Adern wuͤhlte.