Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

163

ihrer Einwilligung gewiß zu ſeyn. Die reine Jungfrau wird ihr Gluͤck nur in der Erfuͤllung ihrer Pflichten ſuchen und ſinden, und Pflicht iſt es, heilige Pflicht fuͤr die Gräfinn Caboga, dem neuen Geſchlechte Glanz und Gluͤck zu ver⸗ leihen. Sieh' hier, mein Sohn, das Teſta⸗ ment, mit dieſen Worten nahm ſie das Per⸗ gament aus der Chatulle, entfaltete es vor Ado⸗ lar's Blicken, und las ihm die Beſtimmung des verſtorbenen Grafen Faver uͤber ſeine Tochter vor. Die Buchſtaben der verhaͤngnißvollen Urkunde tanzten vor ſeinen Augen, die Worte Cäci⸗ liens ſchwirrten verworren vor ſeinen Ohren. Sie haben Recht, ehrwuͤrdige Frau, ſprach Adolar bleich und bebend,ich muß fort und das recht bald; Nichts hält mich mehr hier zuruͤck, ach nicht einmal Ihre Liebe darf mich halten! Er wollte ſich entfernen, doch wenige Schritte von der Thuͤr entfernt, ergriff ihn ein Schwindel; bewußtlos taumelte er zuruͤck, und

mit der hoͤchſten Anſtrengung gelang es der her⸗ bei eilenden Cacilie, ihn zu einem Seſſel zu leiten, wo ſeine Beſinnung voͤllig ſchwand. Er ſchoͤpft beugte ſie ſich zu ihm nieder, ſeine Schläfe mit ſtärkenden Eſſenzen reibend, ein heftiger An⸗ drang des Blutes nach dem Kopfe, eine Folge