Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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Adolar, mein frommer Adolar! rief Caͤcilie mit ſtrafendem Tone,wohin fuͤhrt Dich der libermuth der Jugend! Beſinne Dich, wer warf die Worte, welche Du vorhin geſpro⸗ chen, in Deine Seele? laß Deine Altern doch in Frieden ruhen; ich darf Dir Nichts weiter ſagen, Nichts weiter von Dir bitten.

Ich bin ja fromm, meine Mutter, erwiederte Adolar,ich will ja ſtill und einſam, wie mir beſchieden, durch's Leben gehenz aber ich darf Ihnen doch wohl ſagen, daß dieſe Stunde mich um meine ſchonſte Hoſſnung be⸗ trogen hat.

Ich will Dich nicht verſtehen, Adolar, antwortete Cäcilie,der Jugend hoch fliegende Plane und Wuͤnſche taugen nicht mehr fuͤr mein alterndes Herz. Ich war auch einmal jung und wagte das Hoͤchſte an meine Hoffnungen zu ſet⸗ zen; doch ſtrengen Pflichten folgend, entſagte ich den Anſpruͤchen, welche mein Herz machte,

Adolar, ich weiß, was ein ernſter und feſter

Wille vermag; das halbe Kloſterleben taugtenicht laͤnger fuͤr Dich; kehre in das Treiben der Welt zuruͤck, und Dein Sinn wird geſunden. Adolar druͤckte Caͤciliens Hand an ſeine Lippen: Sie wollen es ſo, Sie weiſen mich fort, ſprach er;gut, ich gehorche.

Zweiter Vand. L