28
er einhalten und bedeckte dann ſeine Augen mit der Hand, ihnen eine kurze Erholung zu gönnen. So beobachtete der Graf ſeinen Nachbar mehrere Tage; immer dasſelbe Bild. Seine Neugierde war aufs Höchſte geſtiegen und er rief eines Morgens einen der Aufwäͤrter, um genaue Aus⸗ kunft uͤber den Marquis zu empfangen. Erſt wollte der Burſche nicht mit der Sprache her⸗ aus, doch ein Geldgeſchenk des Grafen machte ihn geſchwaͤtzig, und er erzaͤhlte jetzt, wie der zierliche Herr ſchon ſeit einem Jahre hier bei ih⸗ nen im Hauſe lebe, wie er anfangs eine reiche Börſe, Juwelen und vieles Silbergeſchirr beſeſ— ſen, auch mehrere franzoöſiſche Diener gehalten habe. Er erhielt damals Zutritt in den erſten Häuſern Londons, und der Aufwand, welchen er machte, koſtete viel; der brave Mann hatte ſich indeß verrechnet, hatte die Flucht aus ſei⸗ nem Vaterlande nur als eine Spazierfahrt be⸗ trachtet und ſah mit einem Male die Ruͤckkehr dahin verſchloſſen. Eine Einſchräͤnkung folgte der andern. Der hübſche Gallarock, in wel⸗ chem der Herr Marquis einhergeht, iſt Alles, was ihm von der alten Herrlichkeit geblieben, ſprach der Erzähler. Mein Herr, der Beſitzer dieſes Hauſes, hatte den Marquis indeß lieb ge⸗ wonnen, fuhr der Aufwarter fort, er hatte viel


