Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

empor, immer lächelnder wurden ihre Lippen und fluͤſterten leiſe Worte; eine unbeſchreibliche Hei⸗ terkeit ſtrahlte aus allen ihren Zuͤgen, wie in Traum ſank ſie erſchöpft, ermattet nieder; bald darauf ſchloſſen ſich ihre ſchonen Augen und ſie ſank in einen tiefen Schlaf.

Der Graf, welchem Cäcilie das nächtliche Schreckniß erzaͤhlte, ſtand ſchon an Eugeniens Bette, als dieſe erſt am hellen Morgen erwachte. Ihr Schlaf war ſanft geweſen und der Arzt hatte ſie bereits fuͤr ſieberfrei erklärt. Um ſo ſo auffallender waren ihre naͤchtlichen Phantaſie⸗ en fuͤr Alle.

Sie verlangte nach ihrem Kinde; zaͤrtlicher wie je druckte ſie es an die Bruſt, Jeder vermied mit ihr uͤber den Vorfall zu reden; doch ſie ſelbſt erwähnte dieſen zuerſt, indem ſie mit innerem Schauder von der Erſcheinung ſprach, welche ſie dieſe Nacht gehabt haͤtte.Ja, meine Liebe, Du traͤumteſt ſchwer, ſprach Cäcilie, doch ver⸗ giß die Angſt, die Dir der boſe Traum gemacht, um Deiner ſelbſt willen verdraͤnge dieſe aͤngſtli⸗ chen Erinnerungen, welche Deiner Geſundheit nur Nachtheil bringen können.

Ich traͤumte? Es waͤre ein Traum gewe⸗ ſen? antwortete Eugenie; meine gute Schweſter, Du irrſt. Aus dem ſußeſten Schlafe