Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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horen; faſt bewußtlos ſprang ſie von ihrem La⸗ ger auf, fortſtuͤrzend in das Zimmer der Schwe⸗ ſter, und erwachte dort erſt ganz bei dem furcht⸗ baren Anblicke, der ſich ihr darbot.

Eugenie zwiſchen ihren Waͤrterinnen, wel⸗ che ſie mit drohender Geberde, mit abwehrenden Händen von ſich zuruͤckhielt, wand ſich knieend

auf dem Boden, dicht neben ihres Kindes Wiege, dieſelbe, beide Arme wie ſchuͤtzend uͤber ſie hin ſtreckend, gewaltſam naͤher zu ſich heran ziehend. Hilfe, o Hilfe fuͤr mein Kind! ſchrie ſie laut. O gebt es nicht zu, daß der bleiche Mann es mir fortträͤgt! O ewige Barmherzigkeit, er bie⸗ tet mir ſein blutiges Haupt fuͤr das Kind, er will es ſtatt deſſen in die Wiege werfen! O ſeht die Blutstropfen, die von ſeinen greiſen Locken auf mein Kind und auf mich niedertropfen! Sie blickte ſchaudernd auf ſich herab und wiſchte mit der Hand ängſtlich an ihrem Nachtkleide; wild rollten ihre Augen, unordentlich hingen die ſchonen Locken um ſie her, immer grauſer ſchie⸗ nen ihre Phantaſieen zu werden, ihrer Bruſt fehlte faſt der Athem; der Angſtruf erſtarb auf ihren Lippen. Schaudernd ſtand Caͤcilie, er ſtarrt im Entſetzen uͤber dieſes neue Bedraͤngniß. Da ſchienen ſich die Zuͤge der Leidenden ſanft zu verklärenz wie zum Gebete hob ſie die Haͤnde