Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

durch angewandte Mittel wieder beweglich, doch blieb er ſprachlos und an beiden Armen gelaͤhmt, ein Schlagfluß oder der Wetterſtrahl hatte den Alten am Sarge ſeiner Gebieterinn getroſſen.

Als der Tag herauf zog, ſenkte man die Huͤlle der alten Magnatinn in die Fämiliengruft; wei⸗ nend ſtanden die Geſchwiſter an den Särgen ih⸗ rer Altern und kehrten dann zu Eugenien zu⸗ ruͤck, der das Geſchick vergönnt hatte, durch ein neues junges Leben, den Gatten, wie die Schwe⸗ ſter, mit dem Tode zu verſohnen. So ward der Schmerz durch die Freude gemildert. Gräſinn Eugenie, zwar ſehr ermattet, ließ ihre Lieben doch nichts fuͤr ihre Geſundheit fuͤrchten, ein

zarter Roſenſchimmer ſchien ſchon wieder auf ih⸗

ren erblichenen Wangen aufzubluͤhen. Schon waren mehrere Tage ſeit ihrer Niederkunft ver⸗ gangen; Cäcilie ſchied eines Abends wie im⸗ mer mit einem Schweſterkuſſe von Eugenien, ſie der Sorge wohl erfahrner Frauen uͤberlaſſend, von denen eine mit der anderen wechſelnd bei der Kranken blieb, ſie ſelbſt legte ſich im Neben⸗ zimmer zum Schlafen nieder. Wenige Stun⸗ den erſt war ſie entſchlafen, da drang ein herz⸗ zerreißendes Geſchrei zu ihr her, ein Ruf um Hilfe klang in ihren Ohren. Noch halb ſchlaf⸗ trunken glaubte ſie Eugeniens Stimme zu