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merten die goldgeſtickten Wappenſchilde der Sarg⸗ decke. Oben am Haupte der Todten knieeten from⸗ me Monche, Seelenmeſſen fuͤr die Verſtorbene zu leſen, zu den Fuͤßen des Sarges aber ſaß der treue Sarackſor, ſeiner Gebieterinn die letzte traurige Ehrenwache zu halten.
Es war nahe an Mitternacht; draußen tobte der Sturmwind und trieb ſchwarze Wetterwol⸗ ken gegen die Karpathengebirge; in Stroͤmen ſchoß der Regen herab und bläuliche Blitze leuch⸗ teten durch die ſchwarz behängten Fenſter des Trauerſaales.
Der Graf Eaver hatte befohlen, die Be⸗ ſtattung der Huͤlle der geliebten Mutter, welche nach einem alten Familiengebrauche um Mitter⸗ nacht bei Fackelſchein Statt haben ſollte, aufzu⸗ ſchieben; nicht unter dieſen tobenden Unwettern durfte ſie ihre letzte Ruheſtatt finden, erſt mit der Morgenfruͤhe, wenn das Wetter verzogen waͤre, ſollte ſie in der Familiengruft unter der Schloßkapalle beigeſetzt werden.
Die ſchon verſammelte Dienerſchaft zog ſich bis auf Wenige aus dem Saale zurück. Die Mitternachtsſtunde hatte geſchlagen, Alles blieb im Schloſſe ruhig wie zuvor. Draußen aber tobte der Sturm noch wilder und ſchien ſeine ganze Wuth gegen das Schloß gerichtet zu ha⸗


