Teil eines Werkes 
2. Band (1826)
Entstehung
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I.

Dumpf erklang die Todtenglocke vom Thurme des Schloſſes Caboga, weithin erſcholl das Trau⸗ ergelaͤut und in den niederen Huͤtten der um⸗ liegenden Dorfſchaften erbebte verzagend man⸗ ches Herz.

Die Verblichene, welche von dieſen klagen⸗ den Tönen zur ewigen Ruhe geleitet werden ſoll⸗ te, war ja weit umher der Troſt der Bedraͤng⸗ ten, zahlloſen Verlaſſenen eine liebende Mutter geweſen. Wie eine Gottheit, unſichtbar den Flehenden, hatte ſie die erbarmenden Haͤnde ſeg⸗ nend ausgeſtreckt, und die heißen Thraͤnen, wel⸗ che ihr nachgeweint wurden, waren das ſchönſte Todtenopfer an ihrem Sarge.

Aufgebahrt ſtand der Sarg der alten Graͤ⸗ finn Caboga im Ahnenſaale, eine reiche Decke von violetenem Sammet hing an beiden Seiten daruͤber hin, auf ſilbernen Gueridons brannten geweihte Kerzen und im hellen Glanze ſchim⸗

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