Teil eines Werkes 
1. Band (1826)
Entstehung
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einfaches weißes Linonkleid, einen breiten Schä⸗ ferhut von Stroh mit einer geſchmackvollen Band⸗ ſchleife; der breite Rand des Hutes beſchattete oder verdeckte faſt das Geſicht der Damen; an Wuchs und Taille waren Viele einander gleich⸗ und dieſes gab oft zu drolligen Verwechſelungen Veranlaſſung, welche die Königinn uͤber Alles beluſtigten, wenn auch die Wuͤrde der Monarchinn mehr oder minder dabei litt. Marie Antoi⸗ nette zog es vor, die liebenswuͤrdigſte Frau zu ſeyn, obgleich ſie die liebenswuͤrdigſte Koͤniginn zu ſehn, vom Schickſal berufen ſchien.

Jetzt hatte der Graf Caboga keine Ruhe mehrz jeden Morgen erwartete er, werde der Tag erſcheinen, der uͤber ſein Schickſal entſcheiden, welcher ihm Eugenien in die Arme fuͤhren werde und zwei Abende ſchon hatte er vergeblich ſeinem Gluͤcke entgegen geſehen. Herr von Vil⸗ langois hatte beide Male ſich ſo ausſchließlich mit der Graͤſinn beſchaͤftigt, ſie faſt nie von ſei⸗ nem Arme gelaſſen, daß der Magnat auch nicht einen günſtigen Augenblick ſinden konnte, ſich der Angebeteten unbemerkt zu nahen; irgend ein Zeichen ihrer Huld, außer einen verſtohlenen Blick zu empfangen; Eugenie in ſo vertraulicher Nähe mit dem verhaßten Nebenbuhler zu ſehen, war ihm qualvoll, er floh den glaͤnzenden Zirkel,