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len ſeiner Sehnſucht. Wohin er kam, redete man von der nahen Verlobung des Marquis mit der Gruͤſinn Eugenie Bourdonnaye, ſprach ſchon von den Feſtlichkeiten, welche zur Feier derſelben Statt ſinden wuͤrden; auch hatte Herr von Bourdonnaye bereits Einladungen zu ei⸗ nem Bal paré umher geſandt, und auch der Graf hatte eine ſolche bekommen.——
Marie Antoinette war von ihrer klei— nen Unpaͤßlichkeit hergeſtellt und bezog, wie ge⸗ woͤhnlich, in den waͤrmern Sommertagen ihren Lieblingsaufenthalt, die Villa Klein-Trianon; eine Reihe laͤndlicher Feſte verſchonte die erſten Tage ihres Aufenthalts daſelbſt, die lauen mond— hellen Sommerabende verſammelten den Hof auf der oberen Terraſſe, wo die herrlichſte Muſik weit hin die ſchattigen Gaͤnge, die halb erleuch⸗ teten Alleen durchtoͤnte. Die Einwohner von Paris und Verſailles, denen der Eingang in den untern Partien des Gartens geſtattet war, wog⸗ ten darin auf und ab; Alles athmete Luſt und Freude.
Die Koͤniginn liebte es, ſich hier von allem Zwange der Etikette zu befreien, ſogar in der Kleidung durfte ſich an dieſen wahrhaft idylli⸗ ſchen Abenden Niemand auszeichnen. Marie Antoinette trug, wie alle ihre Damen, ein


