Teil eines Werkes 
1. Band (1826)
Entstehung
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O, jetzt um jeden Preis, koſte es meine Ruhe, mein Leben, will, muß ich reden, ich muß Sie einſam ſprechen, Gräfinn, Sie ſollen entſcheiden!

Da trat eine aͤltliche Hofdame auf die Spre⸗ chenden zu; Eugenie legte den blitzenden Faͤ⸗ cher feſt auf ihre Roſenlippen:Klein-Tria⸗ non, lispelte ſie leiſe und horchte der Frage, welche die Hofdame an ſie that.

Dem Grafen Caboga konnte nach dieſer entzuͤckenden Stunde der Abend nichts ſo Schd⸗ nes mehr bieten, er zog ſich zuruͤck, Euge⸗ niens Blicke folgten ihm ſehnſuͤchtig nach.

Klein ⸗Trianon war der einzige Gedanke des Grafen; dort wollte Eugenie ihn einſam ſpre⸗ chen. Wie war das moglich? Dieſe reizende Villa im Park von Verſailles, nur durch einen ſchoͤnen Spaziergang von dem großen Schloß⸗ garten getrennt, war fortwaͤhrend von Spazier⸗ gangern umgeben, von Hofleuten belebt. Ea⸗ ver verſaͤumte indeſſen nicht, ſich in den einſam⸗ ſten Stunden des Tages dort einzufinden; aber der Stern, dem er entgegen ſah, ging ihm nim⸗ mer auf.

Eine leichte Unpäßlichkeit der Koͤniginn ver⸗ bannte ihn Wochen lang aus Eugeniens Naͤhe; der Liebende verging faſt unter den Qua⸗

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