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Beiden bald ein ſehr inniges Verhaͤltniß walten wuͤrde, indem man jeden Tag der Ankuͤndigung von der Verlobung des Marquis mit Euge⸗ nien entgegen ſähe.
Gleich einem Donnerſchlage betäubten den Grafen dieſe Worte, raſtlos eilte er aus einem Salon in den andern, um ſeiner innern Unruhe zu entgehen; es war ihm peinlich, die Geliebte an der Seite ſeines Nebenbuhlers zu ſehen, ja ſie nur an derſelben ſich zu denkenz endlich kehrte er zuruck in ihre Naͤhe; ſtumm, bleich, ermattet von dem Kampfe ſeiner Gefuͤhle, lehnte er an der goldnen Flugelthuͤr des Zimmers, in welchem Eu⸗ genie ſaß. Unwiderſtehlich wurden ſeine Blicke zu ihr hingezogen; er bemerkte eine ſchmerzliche Unruhe in ihren Zuͤgen; ſie ſchien zerſtreut, un⸗ muthig, einſylbig. Schon hatte ſich die Geſell⸗ ſchaft faſt verloren, Herr von Bourdonnaye und der Marquis entfernten ſich jetzt auch,£ a⸗ ver aber konnte ſich noch nicht losreißen, er nahte ſich Eugenien, welche ihm mit unver⸗ holenem Entzuͤcken entgegen laͤchelte. Jeder Zwei⸗ fel, jeder Schmerz in ihm war beſaͤnftigt, nein, es war unmoͤglich, dieſes reizende, bluͤhende Le⸗ ben konnte ſich nicht in die Arme eines, dem Greiſenalter nahenden Mannes werfen, deſſen lä⸗ cherliche Galanterie ihn ſtets den Pfeilen des


