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ben und ſich ſanft gegen ihn zu verneigen; bald wendete ſie, um einen Bluͤhtenſtrauch, wie es ſchien, mit Entzuͤcken zu betrachten, das lieb⸗ liche Geſicht zu ihm hin; und welche Wonne, als die Koniginn einſt lange am Rande eines Springbrunnens verweilt hatte, auf deſſen Mar⸗ morbaſſin ſich ein Paar ſilberweiße Schwaͤne ſchau⸗ kelten, fand er auf dem Rande des Beckens, nach ihrer Entfernung, auf eben der Stelle, wo Fraͤu⸗ lein Bourdonnaye geſtanden, einen duften⸗ den Veilchenſtrauß mit einer blaßgruͤnen Schleife umwunden, welche fruͤher den Florärmel des ſchoͤnſten Arms geſchmuͤckt hatte.
Welch ein theures Liebespfand fuͤr den be⸗ rauſchten Mann! Ja, er wurde geliebt, er durfte es wagen, der Holden ein Geſtaͤndniß zu machen, welches ſein Herz ſchwer belaſtete; er vermochte es nicht laͤnger in ſuͤßer Qual zu verſchmachten, ſein Gluͤck mußte geſichert werden.
Der ungarnſche Graf und Magnat, der Mo⸗ narchinn ſelbſt von ihrem kaiſerlichen Bruder em⸗ pfohlen, ward fuͤr immer zu den kleinen inter⸗ eſſanten Abendzirkeln eingeladen, welche Marie Antvinette jede Woche in ihren Appartements gab. Es herrſchte darin ein ungezwungener, oft ans Leichtfertige ſtreifender Ton; Jedermann hatte dort Gelegenheit, ſeinen Witz, ſeine Ein⸗


