Teil eines Werkes 
1. Band (1826)
Entstehung
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die hochſte Aufmerkſamkeit und Auszeichnung bei den Erſten des Hofes; er wurde an dieſem Abend auch Herrn von Bourdonnaye vorgeſtellt, einem der maͤchtigſten Miniſter am Hofe Lud⸗ wigsdes Sechszehnten und Eugeniens Vater. Zwei Gruͤnde ſich ihm zu nähern; doch der ſtolze, der Huldigung gewohnte Mann, ſchien ihn wenig zu beachten und nahm ſein ſichtliches Bemuͤhen, ihm zu gefallen, ſehr gleichgiltig auf.

Eugenie dagegen ließ den Schimmer ihrer Schoͤnheit gegen ihn glaͤnzen, unzaͤhlige, ſuͤße, ſchmachtende Blicke erwiederte ſie ihm verſtohlen; nie war ſie verfuͤhreriſcher geweſen als heute; ein lichtblaues Atlaskleid floß um ſie her, ein⸗ zelne Brillantblumen blitzten in ihren Locken. Ein Kreis von Verehrern umgab die Gefeierte, es wurde dem Magnaten faſt ſchwer in ihre Naͤhe zu kommen, und ein leiſes unheimliches Gefuͤhl regte ſich in ſeiner Bruſt, wenn die kleine Graͤ⸗ ſinn fuͤr Alle ein freundliches Laͤcheln hatte, und

dieſe Huldigung gleichſam als einen Tribut ihrer

Reize zu fordern ſchien. Der Graf von Bour⸗ donnaye fuͤhrte jetzt einen aͤltlichen beſternten Herrn auf Eugenien zu, den ſie mit vieler Caͤrimonie, doch mit einiger Verlegenheit auf⸗ nahm, und welche dieſer mit einer faſt zutrau⸗ lichen Artigkeit erwiederte; ſo lange der alte Herr