Teil eines Werkes 
1. Band (1826)
Entstehung
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lockige Köpfchen zu ihm, und die Seide ihres Haars ſtreifte leicht des Ungers Hand; hinge⸗ riſſen, geblendet auf's Neue, bezaubert von der Jungfrau himmliſcher Schonheit, floß ſein Mund, voll zarter Schmeichelei gegen ſie uͤber; ſie blickte ihm mit bezauberndem Ausdrucke insAuge; dann aber nahmen Ernſt und Stolz Beſitz von ihren Zuͤgen, ſie erwiederte nichts, worauf er das Ge⸗ ſpraͤch fortſetzen konnte; er mußte ſich begnuͤgen in ihrer Naͤhe zu weilen. Zu ſchnell flog die gluck⸗ liche Stunde voruͤber, wie ein Feenbild ent⸗ ſchwand ihm die Erſehnte; er war auf's Neue den Qualen hofſnungsloſer Sehnſucht Preis ge⸗ geben, denn er hatte ſeit dem Morgen, wo er die Gräfinn zuerſt erblickte, ſein Herz fuͤr immer an ſie verloren.

Mit Entzuͤcken dachte aver Caboga des folgenden Tages, wo er zu einem glaͤnzenden Hof⸗ feſte nach Verſailles eingeladen war; er hatte Al⸗ les aufgeboten, ſeine koͤrperliche Schoͤnheit zu er⸗ hoͤhen, um den guͤnſtigſten Eindruck auf die An⸗ gebetete zu machen; gluͤhend von Liebe und Freude warf er ſich in ſeinen Wagen und fuhr, ſo fruͤh es der Anſtand erlaubte, fort. Vor An⸗ fang des Feſtes war große Cour bei den Maje⸗ ſtäten und die ehrenvolle Aufnahme, welche der Magnat auch heute wieder empfing, ſicherte ihm