Teil eines Werkes 
1. Band (1826)
Entstehung
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Wie beeilte ſich aver dem gnaͤdigen Rufe zu folgen, nicht um die ſeltene Auszeichnung zu genießen, welche ſie eben ſo zart als freundlich fuͤr ihn erſonnen, und welche ſonſt wohl ſeinem Stolze hoch geſchmeichelt haͤtte, nein, nur ſein Herz allein, zog ihn ſo gewaltſam; Eugenie war der maͤchtige Magnet.

Nachdem die Koͤniginn bis zum Anfange des dritten Aktes ſich auf die huldvollſte Weiſe mit ihm unterhalten hatte, wendete ſie ſich beim Be⸗ ginnen des Spiels der Buͤhne zu und der Mag⸗ nat, welcher ſich noch nicht entlaſſen ſah, be⸗ nutzte dieſen Umſtand, ſich hinter den Seſſel ſei⸗ ner Angebeteten zuruͤck zu ziehen. Welch ein ſeli⸗ ges Gefuͤhl wogte in ſeinem Herzen empor, ſo nahe der reizenden Schönheit! Er lauſchte jedem Pulsſchlage ihrer Bruſt, er hoͤrte ihren ſanften Athemzug. Eine ſeltſame Beklommenheit be⸗ mächtigte ſich ſeiner; lange ſann er vergebens auf Worte, und doch ſehnte er ſich, den ſuͤßen Ton ihrer Stimme zu hoͤren; er hatte ja ſchon ein Mal mit ihr geredet, was konnte ihn hindern ſie anzureden? Und ſo ermuthigte er ſich ſelbſt und bog ſich leiſe, die Frage nach ihrem Wohlſein flͤſternd, zu ihr nieder. Eugenie erröthete

ſanft, doch mit einiger Zuruͤckhaltung ſchien ſie

ihm zu antworten; fie wendete im Sprechen das