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Bild ſeiner Traͤume daſelbſt zu finden. Schon
war der zweite Akt faſt zu Ende, als die Ko⸗
niginn, begleitet von Mademoiſelle Eliſabeth und der Prinzeſſinn von Lamballe dort er⸗ ſchien; mehrere' Hofdamen folgten und unter die⸗ ſen auch die ſchoͤne Eugenie Bourdonnaye. Wer beſchreibt Lavers Entzuͤcken!
Bemuͤht, die Erſehnte im Auge zu behalten,
mußte er mit Betruͤbniß gewahren, wie dieſe
ihren Platz hinter der Koͤniginn nahm und die wallenden Federn, von der reichen Coiffure der⸗ ſelben, das liebliche Geſicht Eugeniens ganz in Schatten ſetzten; nur wenn ſich die Koͤniginn im Geſpraͤche zu ihren Begleiterinnen vorbeugte, wurde ihm, auf Augenblicke, dieſer Genuß. Der Akt war zu Ende: unmuthig uͤber ſein Mißgeſchick zog ſich der Graf in ſeine Loge zu⸗
ruͤck; eben darauf ſinnend, wie er auf irgend eine
Weiſe in die Naͤhe der Graͤfinn dringen koͤnne, denn bis heute hatte er ſie noch nirgend wieder getroſſen, weil ſie als Hoffräulein, faſt nur um die Perſon der Koͤniginn erſchien; da klopfte ihm ein Kammerherr der Koͤniginn ſanft auf die Ach⸗ ſel und uͤberbrachte ihm von derſelben eine Ein⸗ ladung, ſich in der koͤniglichen Loge einzufindeu, indem die Monarchinn ein paar Worte mit ihrem Landsmanne zu wechſeln wuͤnſche.


