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ſuchte er ſich zu faſſen, und es gelang dem fei⸗ nen Weltmanne, der Monarchinn gegenuͤber, bald die rechte Haltung zu gewinnen.
Marie Antoinette ihrerſeits war eben ſo ſehr bemuͤht, die unruhige, faſt traurige Stim⸗ mung, in welche die Briefe aus Bſtreich ſie verſetzt hatten, niederzukämpfen, wenigſtens zu verbergen; denn es war kurz vor jenen ſtuͤrmi⸗ ſchen Tagen, welche Frankreich als dunkele Vor⸗ boten einer Reihe von blutigen Schreckensjah⸗ ren anzuſehen hatte. Schon wurden die Herzen der koniglichen Familie und ihrer Anhaͤnger von bangen Ahnungen gefoltert und vergebens war man bemuͤht, durch glänzende Feſte und Zer⸗ ſtreuungen aller Art, wobei ſich Vergnuͤgen und Pracht uͤberboten, die innere Angſt zu betauben. Alles dieſes diente indeß nur vielleicht dazu, die traurige Kataſtrophe, welche Niemand in ihrer ganzen Schrecklichkeit traͤumte, ſchneller, doch unabwendbarer, herbei zu fuͤhren.
Die reizende Koͤniginn wußte auch eben ſo bald ihre truͤben Empfindungen zu beherrſchen; und es gelang ihr bald, durch jenes bezaubernde Lä⸗ cheln, welches ſie ſo ſehr verſchoͤnte, alle Schwer⸗
muth aus ihren Zuͤgen zu verbannen; doch fuͤhlte
ſie ſich in demſelben Augenblicke noch nicht frei genug, eine dem Grafen ſchmeichelnde, anſpre⸗


