.
—
5
den Locken des Knaben um ihre weißen Finger rollte.
aver Caboga verſchlang das liebliche Bild mit ſeinen Augen; nie war ihm ein ſo zar⸗ ter, mit der lieblichſten Fuͤlle zugleich gepaarter Wuchs erſchienen; dieſe hohe, glaͤnzend weiße Stirn, auf welcher Solz und Anmuth im trau⸗ lichſten Vereine thronten; dieſer ſanfte, faſt ſchel⸗ miſche Trotz, welcher zwiſchen den feinen, ſcharf gezogenen Braunen blitzte; dieſe feurigen ſchwar⸗ zen Augen, deren Glut von den langen ſeidenen Wimpern halb bedeckt, dennoch verwundend den jungen Unger trafen, der Liebreiz des ſanft lä⸗ chelnden Mundes und dieſes Alles, von weichen lichtbraunen Locken umwallt, welche, weit von der Stirn zuruck geſcheitelt, nur bis zum ſchlan⸗ ken Halſe niederhingen, als wagten ſie nicht den Alabaſterglanz des blendenden Nackens des jung⸗ fraͤulichen Buſens zu kuͤſſen.
Einige Male begegnete ihr Auge, von ihrem tändelnden Spiele ſich leicht abwendend, des Magnaten Blicken, welche feſt auf ſie gebannt
waren; ein Schimmer, zart wie Aurorens erſter—
Strahl, uͤberglänzte ihre Wangen.— Eine nie empfundene Unruhe erfullte Eaver's Seele.— Doch plotzlich weckte die Stimme der Koniginn ihn aus ſeinem glucklichen Vergeſſen; uͤberraſcht,


