Teil eines Werkes 
3. Band, Roderich Random : Roman : 3. Band (1840) The adventures of Roderick Random
Entstehung
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zum Eſſen verlor, und den Abend zu Hauſe verbrachte, um mei⸗ nen Betrachtungen ungeſtört mich hinzugeben.

In der Frühe des folgenden Tages wurde ich durch eine zweite Epiſtel von meiner unbekannten Schönen beglückt, die ihre unaus⸗ ſprechliche Freude über den Empfang meiner Antwort ausdrückte, weil dieſelbe ſie von dem Werthe des Hexzens, das ihr darin an⸗ geboten worden, vollkommen überzeuge. Vor Allem aber fand ſie beſonderes Vergnügen daran, daß ich auf ihren Verſtand einen ſo hohen Werth lege, ein Umſtand, der ihr nicht nur außerordentlich ſchmeichle, ſondern auch zugleich meinen eigenen, durchdringenden Geiſt beurkunde. Was die von mir gewünſchte Zuſammenkunft be⸗ treffe, ſo könne ich nicht dringender mich darnach ſehnen, als ſie ſelbſt; allein ſie müſſe nicht nur etwas mehr dem Anſtande zum Opfer bringen, ſondern auch von meinen ehrenvollen Abſichten überzeugt ſeyn, ehe ſie dieſe Forderung gewähre. Nebenbei gab ſie mir zu verſtehen, daß, wenn ſie auch der Meinung gewiſſer Perſonen einige Rückſichten ſchuldig wäre, ſie in einer, ihr Glück ſo nahe berührenden Sache, dennoch entſchloſſen ſey, der ganzen Welt zum Trotz, ihrer eigenen Neigung zu folgen, namentlich, da ſie keine Vermögensrückſichten zu beobachten habe, denn ihr Be⸗ ſitzthum ſey ihr unbeſchränktes und freies Eigenthum. Von Be⸗ wunderung über die Philoſophie und Selbſtverläugnung meiner Ge⸗ liebten ergriffen, welche gegen ibre Schönheit ganz unempfindlich zu ſeyn ſchien, und namentlich entzückt über jenen Theil ihres Brie⸗ fes, woraus ich erſah, daß ihr Vermögen unabhängig ſey, ergriff ich die Feder, brach in einen Panegyricus über die Erhabenheit ihrer Gefühle aus, that, als ob ich den Reizen äußerer Schönheit nur einen untergeordneten Werth beilege, behauptete, meine Lei⸗ denſchaft für ſie gründe ſich auf geiſtige Vorzüge, beklagte mich über ihre Härte, daß ſie meine Ruhe einer allzu ängſtlichen Rück⸗ ſicht für den Anſtand aufopfere, und erklärte die Reinheit meiner Abſichten in den feierlichſten und eindringlichſten Bethenerungen⸗