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ger Herren aus dem Temple auf vertrautem Fuße, und wurde bald ein vollkommener Stutzer, Witzkopf und Kritiker. Ich darf aber ohne Eitelkeit ſagen, daß ich meinen Freunden weit überlegen war, die, um überhaupt zu ſprechen, von allen Perſonen, mit de⸗ nen ich verkehrt hatte, die anmaßendſten und unwiſſendſten waren. Dieſe Unterhaltungen ließen mich meinen Kummer vergeſſen, und gewöhnten mich daran, meine Vorſtellungen ſo von einander zu trennen, daß ich, ergriff mich ein düſterer Gedanke, ihn beſeitigen und eine angenehme Erinnerung auſtauchen laſſen konnte. Dieß war nicht der Fall mit Strap, der tauſendmal verſuchte, den an ſeinem Leibe zehrenden Kummer niederzudrücken, ſo daß er nach und nach zu einem wahren Skelett herabkam.
Während ich auf dieſe gedankenloſe Weiſe der Armuth entgegen⸗ eilte, erhielt ich eines Tages durch die Pfennigpoſt einen, von einer Frauenzimmerhand überſchriebenen, Brief, der eine große Menge hochtrabender Complimente, warme und in ſehr pvetiſchem Style abgefaßte Liebesbetheuerungen, und die ſehnlichſte Bitte, mich zu
erklären, ob mein Herz ſchon verſagt ſey, oder nicht, enthielt. Die Antwort bat man, an einem gewiſſen Orte, mit der Auſſchrift; 3 an R. B., abgeben zu laſſen. Die Schreiberin hatte mit den Wor⸗ ten:„Eure Unbekannte“, unterzeichnet. Der Inhalt dieſes Liebes⸗ briefs, den ich als ein Meiſterſtück von Zärtlichkeit und feinem Style bewunderte, erfüllte mich mit Wonne und Entzücken, und ich war bereits bis über die Ohren in die Verfaſſerin deſſelben verliebt, die ich mir als eine reiche Lady im Glanze der Jugend und Schönheit ausmalte. Dieſe Vermuthung hob mein Selbſtge⸗ fühl, ich machte mich an die Arbeit und erſchöpfte meine Erfin⸗ dungskraft, um eine, der Erhabenheit ihres Styles und der Gluth ihrer Empfindungen angemeſſene, Antwort abzugeben. In den überſchwänglichſten Ausdrücken drückte ich ihr meine Bewunderung über ihren glänzenden Verſtand aus, und erklärte, während ich meine Unwürdigkeit bekannte, ich ſey in ihren Geiſt verliebt; zu⸗


