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Er war noch nicht hundert Schritte weit entfernt, als mein Freund Oregan zu meiner Befreiung mit zwei lumpigt ausſehen⸗ den Geſellen herbeikam, die er zu dieſem Behufe in den Umge⸗
bungen von St. Giles aufgefangen hatte. Der Eine derſelben
war mit eine Muskete ohne Schloß, und der Andere mit einem roſtigen Haudegen bewaffnet; jedoch ihr Anzug ging über alle Be⸗ ſchreibung. Als er vernahm, ich ſey bereits frei, ſo entſchuldigte er ſich wegen ſeiner jählingen Flucht, und ſtellte mich ſeinen Be⸗ gleitern vor, zuerſt den Rechtspraktikus Fitzelabber, der, wie er mir ſagte, ſich mit der Zuſammentragung einer Geſchichte der Kö⸗ nige von Münſter aus iriſchen Handſchriften beſchäftigte, und hierauf ſeinem Freunde Herrn Gahagan, der ein tiefer Philoſoph und Staatsmann ſey, und manchen trefflichen Plan zum Beſten ſeines Landes entworfen habe. Doch ſah es aus, als ob dieſe gelehrten Männer für ihre geiſtreichen Bemühungen nur ſchlechte Belohnung empfangen hätten, denn beide beſaßen nur ein Hemde und ein halbes Paar Hoſen gemeinſchaftlich. Ich ſtattete ihnen meinen höflichen Dank für ihre Bereitwillgkeit, mir beizuſtehen, ab, bot ihnen meinerſeits meine Dienſte an, wünſchte ihnen einen gu⸗ ten Morgen und erſuchte Oregan, mir in meine Wohnung zu folgen, wo ich ihn aus meiner Garderobe mit anſtändigen Kleidern verſah, und ihn dadurch ſo glücklich machte, daß er mir ewige Dankbarkeit und Freundſchaft ſchwur, und auf meine Bitte alle Begebenheiten ſeines Lebens erzählte.
Nachmittags wartete ich Melinda auf, die mich mit großer Güte und Vertraulichkeit empfing, und über mein Abenteuer mit dem Irländer herzlich lachte, deſſen Wünſchen ſie nicht fremd war, denn er hatte ihr mehr als ein Duzend Liebesbriefe überſandt, die ſie mir zu meiner Unterhaltung alle zum Durchleſen gab. Als wir uns auf Unkoſten dieſes armen Anbeters herzlich luſtig gemacht hatten, benutzte ich eine Gelegenheit, wo ihre Mutter das Zimmer verlaſſen hatte, um ihr meine Leidenſchaft mit allem Feuer und


