Teil eines Werkes 
3. Band, Roderich Random : Roman : 3. Band (1840) The adventures of Roderick Random
Entstehung
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lichen Nacken überzog eine Röthe, woraus ich ein günſtiges Omen zog, während ihre Tante, nachdem ſie mich eine Zeitlang mit einem Blicke voll Erſtaunen fixirt hatte, ausrief:„In des Him⸗ mels Namen, wer biſt Du?“ Ich ſagte ihr, ich hätte während einer Reiſe nach Italien Etwas von der Sprache auf den Straßen aufgefiſcht. Ueber dieſe Erklärung ſchüttelte ſie den Kopf, und be⸗ merkte, das ſey unmöglich. Hierauf verlangte ſie zu wiſſen, ob ich franzöſiſch verſtände, worauf ich bejahend antwortete. Sie frug, ob ich mit dem Lateiniſchen und Griechiſchen bekannt ſey? Hierauf erwiederte ich:„O ja, ein wenig.“—Oh,“ fuhr ſie fort, „und vermuthlich auch mit Philoſophie und Mathematik?“ Ich geſtand, daß ich von jedem Etwas wiſſe. Hierauf wiederholte ſich ihr Erſtaunen und Fragen. Meine Eitelkeit fing an, mich zu reuen, und ich ſagte, um den begangenen Fehler wieder gut zu machen, es ſey nicht zu verwundern, wenn ich eine gute Erziehung erhal⸗ ten habe, denn das Lernen geſchehe in unſerem Lande mit ſo wenig Koſten, daß jeder Bauer dort zur Schule gehe; Ihre Gnaden möchten mich daher wegen meiner Kenntniſſe nicht als eine Aus⸗ nahme, in Betreff des Charakters, welchen ich bekleide, betrachten. Sie antwortete:„Nein, nein, Gott behüte!“ Sie benahmen ſich jedoch, ſo lange ſie bei Tiſche ſaßen, mit auffallender Zurück⸗ haltung.

Dieſe Veränderung verurſachte mir großen Kummer, und ich verbrachte die Nacht ſchlaflos in traurigen Betrachtungen über die Eitelkeit junger Männer, wodurch ſie wider ihr eigenes nüchternes Urtheil in ſo manchen thörichten Widerſpruch verfallen. Anſtatt jedoch am nächſten Tage aus dieſer Selbſtverdammniß Früchte zu ziehen, gab ich mich noch weit mehr den Eingebungen ſolcher Ge⸗ fühle hin, welche ich hatte verbannen wollen, und hätte das Schick⸗ ſal mich nicht mehr begünſtigt, als ich von meiner Klugheit er⸗ warten durfte, ſo würde ich mit verdienter Geringſchätzung behan⸗ delt worden ſeyn. Nach dem Frühſtücke befahl mir meine Herrin,