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Timotheus Thicket den Wunſch aus, Nareiſſa möchte die Geſell⸗ ſchaft durch ihre Gegenwart verherrlichen. Doch trotz ihres Bru⸗ ders Drohungen und Bitten weigerte ſie ſich deſſen, unter dem Vorgeben, ſie müſſe ihrer kranken Tante beiſtehen. So hatte ich den Genuß, meinen Nebenbuhler ſich ärgern zu ſehen. Dieß machte indeſſen wenig Eindruck auf ihn, deſſen Troſt die Flaſche war, in welche die ganze Sippſchaft ſo verliebt wurde, daß ſie nach einem furchtbaren, durch Gelächter, Singen, Schwören, Tan⸗ zen und Fechten veranlaßten, Lärm alle im Zuſtande äußerſter Betäubung in's Bett getragen wurden. Da ich mit dem Squire ſelbſt Nichts zu thun hatte, ſo führte ich ein ziemlich angenehmes und behagliches Leben, und ſchlürfte täglich bezaubernde Liebes⸗ tränke von Rarciſſen's Reizen, die von Tag zu Tag in meinen Augen immer höhere Schönheit entfalteten. So niedrig meine Stellung war, ſo ward ich doch blind gegen meinen eigenen Un⸗ werth, und nährte ſogar den Gedanken, eines Tages in den Beſitz dieſes liebenswürdigen Weſens, deſſen holde Leutſeligkeit dergleichen anmaßende Pläne ſtark aufmunterte, geſetzt zu werden.
Vierzigſtes Kapitel.
Meine Gebieterin iſt uͤber meine Gelehrſamkeit erſtaunt; ſie theilt mir ihre Werke mit; ich uͤberreiche ihr einige der meinigen; werde durch ihr froſtiges Lob niedergeſchlagen; Narciſſa giebt mir ihren Beifall; ich mache eine unfreiwillige Eroberung an der Köchin und Stalmagd; ihre gegenſeitigen Rachegefuͤhle und Einfluͤſterungen; die Eiferſucht ihrer
Liebhaber.
Während dieſer Zeit der Liebe und Ruhe erwachte meine Muſe, welche ſo lange geſchlummert hatte, auf's Neue, und ver⸗ anlaßte mich zur Abfaſſung mehrerer kleiner Gevichte über den


